Sehnsucht: Mein Teneriffa-Guide – Teil 2

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La Laguna

La Laguna ist die alte Hauptstadt der Insel und zeugt meiner Meinung nach von viel mehr Charme als Santa Cruz. Die beiden Städte sind übrigens per Straßenbahn miteinander verbunden, sodass man gut beide an einem Tag erkunden kann. Wobei La Laguna wirklich viele Gassen mit niedlichen Cafés und kleinen Lädchen bereithält. Blöd nur, dass wir die Stadt an einem Sonntag besuchten, als alle Geschäfte geschlossen waren. Allerdings kamen wir so am Palmsonntag in den Genuss einer riesigen Osterprozession, weshalb sich allein der Anfahrtsweg schon lohnte. Ein wirklich hübsches Städtchen, das durch die vielen Studenten in der Stadt trotzdem Quirrlichkeit und Modernität ausstrahlt.

Icod de los Vinos

Als Liebhaber des gegorenen Traubensafts wollten wir unbedingt einen Weinausflug machen. So nahmen wir eines Morgens den Bus nach Icod de los Vinos, das schon durch seinen Namen den Bezug zum Wein erahnen ließ. Die Busfahrt war leicht holprig und ging über endlose Serpentinen – also nichts für schwache Gemüter. Das kleine Dörfchen entschädigte das aber mehr als genug. Man kann sich dort nämlich nicht nur von Bodega zu Bodega trinken, sondern auch den ältesten Drachenbaum der Insel begutachten. Dieser steht auch noch in einem botanischen Garten, der anders als bei uns über Stock und Stein führte und eher an einen amerikanischen Nationalpark erinnerte. Mit meinem noch nicht ganz gesunden Fuß war dies eine ziemliche Herausforderung, die meine Physiotherapeutin sichtlich stolz machen würde. Leider waren wir mittags da, als die Geschäfte geschlossen waren (die Siestas muss man unbedingt beachten, wenn es einem zum Shopping fröhnt), so konnten wir nur Schaufensterbummel betreiben. Für Café und ein leckeres Essen reichte es aber allemal.

Taganana  & Mercedes Wald

Vom Mercedes-Wald hatten wir schon so viel gehört und gelesen und nachdem dies bei unserem ersten Teneriffa-Urlaub leider nicht mehr reinpasste in den straffen Zeitplan, wollte ich ihn dieses Mal unter keinen Umständen verpassen. Also mieteten wir uns in einen geführten Ausflug ein und genossen das Naturschauspiel. Mit Reisebus war das auch ein wirkliches Abenteuer. Auf wahnsinnig engen Straßen auch noch Gegenverkehr ausgesetzt zu sein lässt meinen Atem noch heute stocken. Ich mag gar nicht mehr an die ganzen Schluchten denken und bin froh, im Flachland zu wohnen. Es gab eine Stelle wie eine Brücke, da konnte man links und rechts in den Abgrund schauen – was für den Einen eine große Freude war, ließ mich mein letztes Gebet sprechen. Dafür war der nördlichste Urwald der Welt ein wahres Highlight unseres Urlaubs. Und hat man den Wald erst einmal durchquert und fährt einen steilen Abhang hinunter, kommt man ins Dorf Taganana. Vollkommen abgschieden vom Rest der Welt strahlt dieses Dörfchen eine unglaubliche Gelassenheit aus. Ein paar kleine Tavernen, ein paar Surfer versuchen ihr Glück in reißenden Wellen, ein paar Vögel kreisen umher. Und mittendrin waren wir und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es fühlte sich so unwirklich und gleichzeitig wunderschön an. Übrigens gibt es dort fantastischen Wein, den man nur dort trinken kann, so wenig wird davon produziert.

Santa Cruz

Die Hauptstadt von Teneriffa ist gleichzeitig die größte Stadt der Insel. Ein halber Tag reicht jedoch aus, um sie zu erkunden. Die Oper am Hafen ist das Wahrzeichen der Stadt und ähnelt etwas dem Opernhaus von Sydney. Man bekommt einen Blick für das Weite, wenn man vor ihr steht und sich den Wind um die Nase wehen lässt. Ein wenig wie am Hamburger Hafen. Ein paar kleine Altstadtgässchen laden zum Bummeln ein und im Stadtpark, der wunderschön angelegt ist, lässt es sich in der Mittagshitze gut aushalten. Daneben gibt es noch ein Shoppingcenter für alle Kauffreudigen. Aber sonst bietet die Santa Cruz in meinen Augen nicht unbedingt viel Sehenswertes. Auch wenn ich den tollen Park gern schon auf unserer ersten Erkundungstour damals entdeckt hätte statt damals nur Hochhäusersiedlungen.

San Andrés

Wer nur schwarze Strände gewohnt ist auf Teneriffa, möchte auch einmal einen richtigen gelben Strand begutachten. In San Andrés nördlich von Santa Cruz ließ man vor vielen Jahren Sahara-Sand aufschütten, was seitdem ein Publikumsmagnet für Einheimische und Touristen gleichermaßen geworden ist. Unsere Augen kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, der gelbe Sand passte so gar nicht zu seiner Umgebung und fügte sich trotzdem wunderbar ein. Komische Gegensätze, ich weiß, man muss es mit eigenen Augen sehen. Schade, dass wir ihn erst am letzten Tag unserer Reise entdeckten, sonst wären wir noch einmal für einen Strandausflug hingefahren. Wo sonst hat man im Rücken die Berge, unter sich gelben Sand und vor sich nicht nur Meer, sondern am Horizont auch noch Öl-Bohrmaschinen-Wartungsmaschinen?

Vielleicht seid Ihr jetzt auch auf den Geschmack gekommen? Teneriffa bietet wirklich unglaublich viele sehenswerte Städtchen, Dörfer und Landstriche mit so wahnsinnig unterschliedlichen Landschaften. Vom Teide, dem Wahrzeichen der Insel und DEM Vulkan der Region, ganz zu schweigen. Definitiv keine One-Shot-Insel, sondern mit echtem Urlaubs-Suchtpotenzial, die mich sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat.

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4 Comments Add yours

  1. ein toller Bericht über einen schönen Urlaub! Ich habe deinen Blog zufällig gefunden und als ich Teneriffa gelesen habe, konnte ich natürlich nicht widerstehen 🙂 Liebe Grüße von der Insel Ingrid

    1. salutjuli says:

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Dann lebst du auf Teneriffa? Eine wirklich wunderschöne Insel, auf der man immer wieder neue Dinge entdecken kann. Liebe Grüße!

  2. Vanessa says:

    Teneriffa ist eine so schöne Insel. Mir hat dein Blogpost sehr gut gefallen. Mach weiter so!
    Liebe Grüße Vanessa von http://www.nessisworld.com

    1. salutjuli says:

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, Vanessa. Deine Reiseberichte sehen auch toll aus, muss ich mir mal näher auf deinem Blog ansehen. Liebe Grüße!

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