Decluttering 1. Kapitel: Klamotten und Kosmetika aka Schlafzimmer

Dieses Wochenende sollte es endlich soweit sein: Seitdem ich wieder einigermaßen gut gehen kann und der Urlaub in weiter Ferne ist, war die Zeit gekommen, um mein Ausmistprojekt auch physisch anzugehen. Im Newsletter abmelden bin ich bereits Profi geworden in den letzten Wochen und entdecke auch den kleinsten Abmeldelink. Sehr zu empfehlen, wenn man der Versuchung von Gelegenheitskäufen entgehen möchte. Aber nur allein davon räumt sich die Wohnung auch nicht auf.

Also packte ich die Gelegenheit einer sturmfreien Wohnung am Schopfe und wollte am Samstag sowohl Fenster putzen als auch zumindest alles im Schlafzimmer ausmisten. Vielleicht klingelt es bei Euch beim Wort Fenster putzen, wenn Ihr wie ich in Deutschland wohnt und ähnliches Wetter erleben müsst. Fenster putzen im April? Keine gute Idee, musste ich gestern feststellen. Regengüsse kommen nahezu stündlich, plötzlich und sehr heftig. So musste ich improvisieren und mistete gefühlte hunderte alte Zeitschriften aus, unzählige angebrochene Kosmetika, die ich garantiert kein nächstes Mal benutzen werde. Außerdem noch ein paar längst vergilbte Klamotten, die ich nur noch aus Nostalgiegründen behalten habe. Als Grundlage las ich eigentlich im Winter das Buch „Magic cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ von Marie Kondo, hielt mich aber nicht komplett an ihre Grundsätze. Natürlich habe auch ich mich bei jedem Kleidungsstück gefragt, ob es mich glücklich macht und kann auch sehr rigoros ausmisten. Aber Fakt ist, dass ich fast nur Lieblingsstücke besitze, weil ich sie sonst nicht kaufen würde. Frustkäufe oder Spontankäufe ohne ein wirkliches Bedürfnis, dass ich wirklich mal eine Hose brauche oder eine neue Bluse, existieren bei mir so gut wie nie. I know, lucky me! Nur Kosmetik horte ich leider, geschuldet durch meinen Job. Ich möchte so viel ausprobieren, bekomme Einiges auch mitunter geschenkt oder hebe es mir für später auf. Nur um es dann doch nie zu benutzen. Eigentlich ziemlich hohl von mir, verträgt meine empfindliche Haut doch sowieso nur einen Bruchteil davon. Weshalb Sachen behalten, für die man nie Verwendung hat? Deswegen verschenke ich schon gern mal Sachen und hab mir vorerst ein Verbot zum Kauf von neuer Kosmetik auferlegt. Nur wenn etwas aufgebraucht ist, darf etwas Neues herein in meine Sammlung. Bei über zwanzig Lippenstiften muss ich nu wirklich mal Prioritäten setzen. Womit ich jedoch mit Frau Kondo nicht übereinstimme: Sie mistet nach Kategorien aus, also gesammelt Klamotten in der gesamten Wohnung, Kosmetik, Bücher, Krimskrams. Ich bevorzuge eine Aufteilung nach Zimmern. Wobei ich meine Kleidung auch nur in einem Zimmer aufbewahre und nicht in der Wohnung verteile.

Meine Tipps? Ich rate dazu sich wirklich Zeit zu nehmen, mindestens einen Nachmittag lang. Es geht nicht nebenbei aufzuräumen, während man die beste Freundin an der Strippe hat. Auch nicht mal eben in der Mittagspause und auch nicht erschöpft nach der Arbeit. So meine Erfahrung. Wenn sich die Motivation so gar nicht blicken lässt, hat es keinen Sinn. Entweder schmeißt man Dinge weg, die man am nächsten Tag schon schmerzlich vermisst, oder man kann sich von gar nichts trennen. Entweder mit vollem Eifer dabei oder nicht aufräumen. Wie für alles braucht es den richtigen Moment – der aber nicht erst in zehn Jahren kommen sollte. Es sind nur materielle Dinge, die alle ersetzt werden können. Also nicht jedem Bleistift hinterhertrauern. Auch wenn ich Zeitschriften liebe, sehe ich mir die wenigsten nach zwei Jahren noch einmal an.  Deswegen habe ich den Großteil weggeschmissen und nur zwei ausgewählte Backzeitschriften behalten, deren Rezepte noch auf meiner Agenda stehen. Also seid mutig und fragt Euch ehrlich, was von Euren Errungenschaften Ihr wirklich noch gebrauchen könnt – und damit meine ich WIRKLICH!

Auch wenn ich gestern viel mehr ausmisten wollte, am Ende aber doch meine Abgeschlagenheit nach den Arbeitstagen zum Vorschein kam und mich „zwang“, Shoppingqueen auf der Couch zu verfolgen, bin ich stolz mit einem Müllsack bewaffnet zum Altpapiercontainer gestiefelt. Zumindest mein Schlafzimmer glänzt vorerst, ich hoffe den neuen Stauraum nicht gleich wieder vollzumüllen.

Nächste Woche folgen Küche und mein Schreibtisch mit Krimskrams – und hoffentlich die Fenstern, wenn sich das Wetter bessern sollte. Danach klopft schon die nächste Reise an die Tür, aber Ausmisten will eben Geduld und Beharrlichkeit haben.

Das Bild hier von mir stammt übrigens von Teneriffa, ich arbeite schon an einem kleinen Travel Guide, um dieser wunderschönen Insel mehr Raum zu geben – nach zwei Reisen dorthin mutiere ich langsam zu einem kleinen Experten für die schönsten Ecken der Insel.

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