Vom Shoppen wollen

Wenn man morgens aus dem Fenster schaut und plötzlich bei Tageslicht vor der Arbeit frühstücken kann, abends erst nach 18 Uhr den Lichtschalter betätigen muss, ohne vorher schon mit Taschenlampe zu sitzen, dann ist das ein großes Anzeichen für den Frühling.

Dieses Jahr scheint alles so komisch. Es fühlt sich an, als ob ich die vergangenen Monate in einem Kellerverließ verbracht hätte. Nein, mein Wohnzimmer würde ich nicht unbedingt als Keller bezeichnen, aber es war gefühlt ununterbrochen dunkel, draußen wie drinnen. Nichts konnte es erhellen. Wenn man wochenlang kaum bis kein Vitamin D aufnehmen darf, fühlt man sich in der Tat wie im Winterschlaf.

Und nun darf ich Stück für Stück, Schritt für Schritt die Außenwelt wieder erkunden. Ich hatte mir eine Menge vorgenommen für mein Geburtstagswochenende. Wollte backen und kochen, eine schöne Zeit mit unseren Familien voll guter Geschichten, Anekdoten und Lachanfällen verbringen. Und vor allem mal wieder vor die Tür gehen. Nicht einfach nur bis zur Physiotherapie oder zum Taxi, sondern richtig raus. Mit mehreren Schritten am Stück, ohne ständig die nächste Bank zur Rast aufsuchen zu müssen. Ubahn Fahren, Menschen beobachten, wieder am öffentlichen Leben teilnehmen. Das hatte ich mir so sehr gewünscht. In großen Teilen konnten wir das wirklich verwirklichen. Nur mit meinem Wunsch, mal wieder einen Schaufensterbummel zu veranstalten, durch Geschäfte zu bummeln, Klamotten anzuprobieren und etwas zu kaufen, klappte es nur bedingt. Wie schon einmal erwähnt, durchforstete ich die letzten Wochen regelmäßig das Internet nach neuen Fashion Lieblingen (ich brauche wirklich das ein oder andere Teil), scheiterte aber immer wieder, weil man sich krank auf dem Sofa nicht wirklich hübsch findet. Dann ist meine Kauflust plötzlich wie weggeblasen. Ja, ich gehöre zu der Spezies Frau, die nur dann etwas kaufen kann, wenn sie etwas braucht und obendrein mit ihrer derzeitigen Stimmung vereinbaren kann. Trostkäufe sind für mich keine Option. Erschreckend, ich weiß!

Meine Kraft reichte aber auch an diesem Wochenende noch nicht für einen Gang durch die Innenstadt aus, sodass wir vom Essen direkt zum Kaffeetrinken übergingen und nur Zara Home einen kurzen Besuch abstatteten. Schließlich fanden wir noch ein Geschenk für mich selbst. Klamotten jedoch Fehlanzeige. Nur gut, dass ich auf den Bildern hier eine Bomberjacke trage, die ich kurz nach meiner Operation im Fernsehen erspähte und nun dank der steigenden Temperaturen endlich ausführen kann. Mit Krücken ist mir sowieso immer 5 Grad wärmer als der restlichen Bevölkerung. Wurde dank des eisigen Windes aber doch irgendwann so kalt, dass wir uns vor dem Abendprogramm schnell noch zu Hause umziehen mussten. Schnell in meiner gehstütz-geprägten Zeit versteht sich. Aber hey, was macht Frau nicht alles, um endlich ein neues Kleidungsstück auszuführen und ein klasse Foto zu schießen.

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