Apple Crumble, das etwas andere Genesungsessen

applecrumble_2Ich gebe es offen zu: Seit meiner Plätzchenschlacht Anfang Dezember habe ich unseren Ofen höchstens für Aufläufe, Tiefkühlpizza und gebackenen Camembert verwendet. Keine Kekse, keinen Kuchen gebacken.

Wie gern würde ich momentan in die Küche hüpfen und aus Eiern, Mehl, Milch, Zucker und anderen Wunderzutaten etwas tolles im Backofen zaubern. Stattdessen bin ich quasi ans Sofa gefesselt und sehe meine täglichen Highlights im stündlichen Aufsuchen des Badezimmers, Guido Maria Kretschmar und dem An- und Ausziehen meines globigen, klotzigen und gefühlt zentnerschweren Schuhs. Ein Schuh, den ich selbst nachts anbehalten muss und der mir bisher nicht wirklich süße Träume bereitet. Aber ich wollte es ja nicht anders, antwortet mein zynisches Ich. Und hätte ich mich dafür entschieden, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt? Zum Glück verschwinden schier unerträgliche Schmerzen ganz schnell wieder im Unterbewusstsein und werden überlagert durch kleine Erfolgserlebnisse.

Dazu zählt auch mein kleines Backabenteuer vor einer Woche. Wir hatten unglaublich viele Äpfel dank einer großartigen Genesungs-Spende. Da sie zu verderben drohten, kam mir ein Apfelkuchen in den Kopf. Dieser verwandelte sich dank nicht vorhandener Eier in unserem Haushalt in einen Apple Crumble. Also bat ich darum, mir alle nötigen Zutaten hinzustellen, setzte mich auf einen Stuhl in der Küche, mein Bein auf einem anderen Stuhl hochlagernd, und verrührte alle Zutaten. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, bäckt es sich ganz gemütlich. Und verfluche ich im Allgemeinen meine Küche um ihre Winzigkeit, bin ich momentan ganz dankbar dafür. Kann ich doch auch ohne aufzutreten so einige Dinge darin erledigen und sogar wieder zum Kochlöffel greifen. Diese ständigen Anweisungen gehen mir gehörig auf den Keks, viel lieber möchte ich wieder selbst aktiv werden. Ich bin eigentlich nicht dazu geboren, nur herumzuliegen, was mir Tag für Tag schwerer fällt – vor allem meinem Allerwertesten, der so langsam platt und wund gesessen ist. Aber zumindest für ein paar glückselige Bissen hatte ich das Gefühl, wieder laufen und die Welt erobern zu können.

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Zutaten:

5 große Äpfel
150g Butter
2 Esslöffel Zimt
225g Mehl
75g gemahlene Haselnüsse
130g Zucker
1 Prise Salz
1 Esslöffel Honig

Zubereitung:

Schmelzt zuerst in einem Topf die Butter.

Währenddessen schält Ihr alle Äpfel, viertel sie, entkernt sie und schneidet sie in mundgerechte Stücke. Mischt sie in einer Auflaufform mit dem Zimt und dem Honig.

Nun vermengt Ihr in einer Schüssel Mehl, die zerlassene Butter, Haselnüsse und Zucker miteinander, bis Streusel entstehen. Gebt dann die Streusel auf die Apfelmischung. Dann kommt der Crumble für 35 bis 40 Minuten bei 180°C in den Backofen.

Am Besten schmeckt mir der Crumble immer warm. So braucht er nur 10 Minuten abkühlen nach dem Ofengang und kann dann sofort verspeist werden.

Bon Appétit!

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