Die Welt ist rund und gar nicht so groß – Teil 3

westcoast_1Während es hier in Hamburg gerade mal wieder regnet, dachte ich, das wäre der perfekte Moment um sich wieder Wüstensonne und Hitze ins Gedächtnis zu bringen.

Der sechste Tag hielt nicht wirklich viele Sehenswürdigkeiten bereit. Dafür steuerten wir auf Wunsch einiger Damen  das Premium Outlet von Palm Springs ein. Endlich wieder etwas Zivilisation! Es tat so gut, den weltlichen Dingen zu fröhnen, nachdem wir tagelang nur Wüstensand und ein paar vereinzelte Häuschen am Wegesrand sahen. Und vor allem hatte ich mir doch so viele Shoppingdinge vorgenommen, die man nur dann umsetzen kann, wenn man auch wirklich in die Läden von richtigen Läden kommt. Also studierten wir kurz den Outlet Plan und diskutierten unsere Strategie. Schließlich blieben uns nur anderthalb Stunden inklusive Mittagspause, um unsere Pläne zu realisieren.  So shoppte ich binnen 10 Minuten auch gleich 4 T-Shirts – Rekord für mich! Wir rasten durchs Outlet und erbeuteten noch einige Schätze (dazu aber in einem separatem Post mehr). Da wir allerdings kaum noch Zeit für ein richtiges Mittag hatten, funktionierten wir die spätere Kaffeepause an einer Raststätte um zu einem späten Mittagessen. Warum ich das so hervorhebe? Weil wir einen meiner Lieblings-Fast-Food Läden in den USA besuchten. Die Rede ist von Chipotle. Für die Einen nur das mexikanische Mc Donalds, für mich jedoch der Inbegriff für leckere Burritos. Leckerer geht es für mich kaum. Ohne wäre ich auch nicht wieder nach Haue geflogen. Glücklicherweise durfte ich auf dieser Reise mehrere Burritos essen. Ansonsten hatte der Tag abgesehen von endloser Fahrt auf den Highways und erschreckenden Bildern von mexikanischen Ernethelfern so weit das Auge reicht (Kalifornien und Florida beherrschen mehr als 90 Prozent des Weltagrar-Handels! ) nicht wirklich viel zu bieten. Ein endlich mal erfrischender Pool und eine gute Bar inklusive lustiger Abendbegleitung unserer Reisegruppe.

Siebter Tag

Auf diesen Tag freute ich mich schon seit Beginn unserer Reise. Führte er uns doch zunächst in den Yosemite National Park, ebenfalls wie der Grand Canyon eines der Sieben Weltwunder. Und endlich entsprach ein National Park auch unseren Vorstellungen eines Parks. Mit großen Bergen, riesigen Wäldern, Wasserfällen und Tieren. Wie gern hätten wir in diesem Park gleich mehrere Tage verbracht. Endlose Wege zum Wandern und Abschalten, gute Luft, nicht zu heiße Temperaturen. westcoast_2Ideal in unseren Augen, aber leider mussten wir nach zwei Stunden schon weiter. Wartete doch endlich San Francisco auf uns. Ich bin ein riesiger Full House Fan und habe meine halbe Kindheit mit Michelle, Stephanie und DJ verbracht. Wie lange wollte ich schon in ihre Heimatstadt reisen. Und nun endlich sollte dies Wirklichkeit werden. Gerade als wir über die Oakland Bridge fuhren und mein Herz Achterbahn fuhr, sank die Temperatur von 35°C auf 12°C. westcoast_3Ein kleiner Temperaturschock, der meine Aufregung aber keineswegs schmälerte. Schnell eingecheckt und schon ging es auf große Nachtstadtrundfahrt. Die allerdings meist im Stau stockte, denn der Verkehr in dieser Stadt war pures Chaos und nervtötend ohne Ende. So schlimm, dass wir nach einer Mini-Ess-Pause, in der noch nicht mal Zeit war, um sich in ein Restaurant zu setzen, die Weiterfahrt mit der Gruppe absagten und lieber auf eigene Faust weiterzogen. Die berühmte Lombard Street durfte vorher natürlich nicht fehlen. Danach flanierten wir über den Pier 39, verspeisten im Hard Rock Café verspeisten und spazierten schließlich über Little Italy und Chinatown zurück ins Hotel. Leider begleitet von Obdachlosen und Drogensüchtigen, die mein Bild dieser Stadt prägten. Schade eigentlich, dass dies meinen Eindruck so schmälerte und auch ein bisschen die ganze Begeisterung für San Francisco zerstörte. Aber vielleicht war es der falsche Zeitpunkt für San Francisco und mich? Das gibt es ja nicht nur für Menschen, sondern auch für Städte und Menschen. Die Zeit war wohl noch nicht reif für uns beide. Muss ich doch erst Karriere bei Google machen, um zurückzukehren.

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Achter Tag

Er begann viel zu früh und mich einem grottenschlechten Frühstück, das nur aus Bratkartoffeln, Toast, Speck, Ei und ein kleines Bisschen Marmelade bestand. Nicht gut, wenn man einen Vegetarier zum Mann hat und obendrein selbst morgens nur süße Sachen herunterbekommt. Obwohl, das Toastbrot schmeckt ja immer wie Kuchen. Schon im Morgengrauen fuhren wir mit dem weltberühmten Cable Car, sehr kalt und windig, aber so, wie ich es mir immer ausgemalt hatte. westcoast_5Traumhaft schön, auch wenn mir das erst viel später bewusst wurde. Weiter ging es mit dem Bus durch die Stadt, in die unterschiedlichsten Viertel, den Golden Gate Park und schließlich zur im Nebel versunkenen Golden Gate Bridge. Ein Glück, dass sie sich später bei unserer Bootsfahrt immerhin in voller Größe zeigte. westcoast_8Denn San Francisco liegt mehr als 245 Tage im Jahr komplett im Nebel, sodass man auch so gut wie nie von der Golden Gate Bridge hinüber zur Oakland Bridge schauen kann. Wir waren die Glücklichen, die dies jedoch mit eigenen Augen sehen konnten. Ein kurzer, aber doch mit Glück erfüllter Moment. Einfach diese Erkenntnis, wie weit man von zu Hause weg ist und wie viele grandiose Orte es auf dieser Welt gibt. Vielleicht war es, weil sich unsere Rundreise langsam dem Ende neigte, vielleicht aber auch ein für sich stehender philosophischer Moment. Doch erkannte ich, was für fantastische Orte wir gesehen hatten. Orte, die man sich zu Hause in Hamburg ewig lang im Computer oder in Bücher anschauen kann, sie aber doch nie begreifen und erfassen kann, ohne sie nicht mit eigenen Augen gesehen zu haben. Die Welt hat so magische Orte geschaffen, für die es sich lohnt, auf ihr zu wohnen, für einen kleinen erdgeschichtlichen Moment. Aber genug der Melancholie und Philosophie, die Innenstadt von San Francisco wollte erkundet werden. Endlich stand Shoppen auf dem Programm, da wir uns Gott sei Dank von der Reisegruppe lossagen konnten und den Nachmittagsausflug strichen. Eine gute Entscheidung, da der Reisebus abermals nur im Stau steckte. So strichen wir durch die Malls und das Zentrum und aßen göttliche Pasta in Little Italy am Abend, nachdem wir allerdings über eine halbe Stunde anstehen mussten. Denn in USA steht man augenscheinlich immer vor der Tür an, bis man zu seinem Platz geleitet wird. Keine freie Platzwahl wie in Deutschland und vermutlich mehr Nachfrage als Angebot.

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To be continued…

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