Die Welt ist rund und gar nicht so groß – Teil 2

westcoast_2Am vierten Tag ging es schon mit Sonnenaufgang weiter in die Prärie des amerikanischen Westens. Zwei Stunden Fahrt durchs Nirgendwo brachten uns über die Grenze nach Arizona. Erste Station: Lake Powell. Auch wenn es noch früh am Tag war, brannte die heiße Sonne auf unseren Körper. Und trotz der fast unmenschlichen Hitze an diesem Fleckchen der Erde starrten wir wie gebannt auf den riesigen Stausee. Solche Farbspiele kannten wir nicht von zu Hause. Rot glänzendes Gestein, in dessen Mitte ein fast schon karibisch blauer See im Sonnenlicht glänzte. Der wahrscheinlich schönste Ort während unserer Reise. An dem wir allerdings nur einen kleinen Boxenstopp einlegten. Wie gern hätten wir eine Rafting Tour eingelegt oder uns ans Ufer gelegt.

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Doch das Weltwunder sollte noch kommen, denn unser Tagesziel hieß nichts Kleineres als das größte Loch der Erde: der Grand Canyon. Mehr als 2.000 Kilometer lang erstreckt sich der Grand Canyon, unvorstellbar groß, wenn doch die Entfernung Hamburg-München einen Katzensprung dagegen darstellt. Einen halben Tag verbrachten wir am Abgrund und konnten uns nicht satt sehen an der Aussicht. Einzig allein die Touristenmassen rund um den Grand Canyon störten unsere Abenteuerlust ein wenig. Hatte sich wohl herumgesprochen, wie grandios er ist. Erst mit Sonnenuntergang erreichten wir unser Hotel für diese Nacht, das uns mit seiner flugzeuglauten Klimaanlage für immer in Erinnerung bleiben wird. Vor lauter Lärm taten wir kaum ein Auge zu, doch ohne Klimaanlage wäre man erstickt – trotz einer lauen Nacht. Ein Hoch auf die Dämmung amerikanischer Häuser!

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Tag 5

Nach diesem ereignisreichen Tag gestaltete sich der folgende Tag fast schon ein wenig langweilig. Rund sieben Stunden verbrachten wir im Bus und sahen nichts als Wüste, ein paar abgewrackte Häuser am Highway Rand und ein paar Camping Trailer, deren in die Jahre gekommene Aufmachung wohl das Ebenbild des amerikanischen Lebens darstellte. Nur die wenigsten Amerikaner können sich nämlich die Villen leisten, die uns in unseren Lieblingsserien entgegenblitzen. Einzig die Route 66 bildete ein Highlight unseres Tags. War uns doch die Heimat plötzlich so nah. 🙂

westcoast_7 westcoast_8Und nicht zu vergessen der Joshua Tree National Park. Naiverweise dachten wir bei einem National Park, der Tree im Namen trägt, an sattgrüne Wälder, Schatten zum Ausruhen und eine Tierwelt, die uns vertraut ist. Doch weit gefehlt. Beim Joshua Tree National Park handelt es sich um Wüste, Wüste und nochmals Wüste. Unterbrochen vom namensgebenden Joshua Tree, der an eine Palme erinnert. Umgeben von Felsformationen, die zumindest mich beeindruckt hat. Doch wer nicht aufpasst, begegnet Spinnen, Schlangen und so allerlei anderen tierischen Gesellen, die wohl eher nicht unsere Freunde werden.

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Abends kamen wir dann in meinem persönlichen Lieblingshotel in Palm Springs an. Jedes Zimmer verfolgte ein anderes Farbkonzept. Unseres war ganz in Pink und Lila getaucht, meine Lieblingsfarben. 🙂 Bei  über 40 Grad Celsius selbst in der Nacht brachte selbst der Pool mit seinen 36 Grad Wassertemperatur nicht wirklich Abkühlung. Auch das Straßenfest heizte uns ordentlich ein. Doch verbinde ich mit Palm Springs Erinnerungen an einen grandiosen Road Trip mit meiner Schwester vor fünf Jahren. Allein dafür hat es sich gelohnt wieder vorbeizuschauen. Die kleine Hippie Stadt verdient weit mehr als einen Übernachtungsstop. Wenn man sich in einen Ort verliebt, lässt sich das selten rational begründen. Es ist viel mehr ein Gefühl, was man mit ihr verbindet, die Grundstimmung, die sie einem vermittelt und die einen innerlich glücklich macht. Selbst wenn man nach nur zwei Schritten schwitzt wie sonst einen ganzen Hamburger Sommer nicht. Während ich diese Zeilen hier schreibe, entfacht mein Fernweh sofort von Neuem und ich würde mich am liebsten in den nächsten Flieger setzen.


Ob es wirklich noch mal kälter werden wird während unserer Reise? Und bin ich von San Francisco wirklich so begeistert, wie ich es mir beim Anschauen meiner Lieblingsserie San Francisco immer erträumt habe? Stay tuned…

 

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