Ein Lebenszeichen inmitten des Jetlags

usa_rundreise_3Fast vier Wochen ist es her, seitdem ich mich hier zu Wort gemeldet habe. Eigentlich hatte ich einige Beiträge im Kopf geplant und wollte sie unbedingt während unseres Urlaubs hier getimed veröffentlichen. Aber dann hat man so kurz vor der Hochzeit plötzlich doch so viel um die Ohren, dass Schreiben zur Nebensache wird.

Mehr als zwei Wochen tingelten wir nun quer durch den Westen der USA. Erlebten fast 50 Grad im Joshua Tree National Park, gingen bei über 40 Grad des Nachtens über den Las Vegas Boulevard und kühlten uns bei milden 15 Grad im Casino ab. Fuhren bei 12 Grad Außentemperatur im weltberühmten Cable Car. Bestaunten insgesamt 5 Nationalparks, davon 2 Weltwunder. Gingen durch karge Wüsten, sattgrüne Wälder, über den Walk of Fame in Los Angeles, in den berühmten San Diego Zoo, fuhren per Schiff unter der Golden Gate Brücke hindurch. Aßen Pancakes, Burger, Burritos und Cheesecake. Freundeten uns mit Einheimischen und Touristen an. Sahen 4 Bundestaaten der USA und fuhren 10 Tage täglich über 500 Kilometer.

Kurzum: Wie erlebten täglich so unglaublich viel, sogen unendlich viele Eindrücke in uns auf. So viel, dass wir zeitweise dachten, mehrere Monate unterwegs gewesen zu sein. 9 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland taten ihr Übriges. Trugen sie doch dazu bei, ein vollkommenes Urlaubsgefühl entstehen zu lassen. Wenn man morgens aufsteht und die Lieben zu Hause bereits wieder dabei sind, sich bettfertig zu machen, schwebt man völlig abseits des Alltags. Nachrichten werden gelegentlich gecheckt, doch mich beschäftigte in den letzten Wochen eher der amerikanische Wahlkampf als die deutsche Innenpolitik. Spontane Live-Verfolgung des Parteitags der Demokraten im TV mit eingeschlossen. Ja, es fühlte sich großartig an, so weit weg von zu Hause zu sein. Ich habe so wenig an Arbeit denken müssen wie schon lange nicht mehr. Spätestens wenn man in den Grand Canyon schaut, scheint die Welt daheim ewig weit weg zu sein. So banale Sachen wie Arbeit erscheinen winzig und unwichtig, wenn man Weltwunder bestaunen darf. Die Natur hat so einmalig schöne Sachen erschaffen, die nie in ein Büro passen würden. Hat die Welt doch so viel mehr zu bieten. Ein herrliches Gefühl dazu, jegliche Kontrolle über Zeit und Ort aufgeben zu müssen. Der Reiseleiter bestimmt, wann geweckt wird (morgens um 6 Uhr), wie lange wir fahren und welche Stationen angefahren werden. Wie befreiend, mal nicht dem inneren Kontrollfreak nachgeben zu müssen.

Nun sind wir seit zwei Tagen zurück und mit Aufräumen, Putzen, Wäsche waschen und ankommen generell beschäftigt. Hier ist alles so anders als in den USA. Vor allem viel grüner als die Teile, die wir in den letzten Wochen zu sehen bekamen. Aber auch irgendwie ernster. Und so viel grauer und kühler als wir es gewohnt waren. Ich habe nie gedacht, das mal sagen zu werden, aber: Ich vermisse doch tatsächlich die Wüstenhitze in Las Vegas. Draußen fast unmenschlich heiß und drinnen in Casino und Shopping Mall fast schon kühlschrankmäßig kalt. Man gewöhnt sich jedoch super schnell daran. Während wir noch unseren Jetlag auskurieren, bis drei Uhr nachts wach liegen und am Tag ständig wegdösen, bereite ich die Tage mein großes Reisetagebuch vor, um meine Highlights des Westens der USA genauer vorstellen zu können.

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Und: Natürlich werde ich Euch bald auch mein großartiges Brautkleid nachreichen, dass ich Euch noch schuldig bin.

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2 Comments Add yours

  1. Rebecca says:

    Liebe Juliane, Lieber Daniel, alles Gute nachträglich zu eurer Hochzeit ❤ Ich wollte eigentlich schon vorher schreiben und gratulieren, aber dachte mir, dass ihr das vielleicht sowieso nicht so mitbekommt während der Feier und in den tollen Flitterwochen! Wir wünschen euch alles erdenklich Gute für euer zukünftiges Leben als Ehepaar 🙂 Und nun freue ich mich auf viele tolle Einblicke (sind ja schon ein paar tolle Fotos dabei!) – ich war 2001 mit meiner Familie an der Westküste und erinner' mich sehr gern zurück – die Bilder, die du hier beschreibst sind bei mir auch immer noch fest im Kopf drin. Danke für das Fernweh!

    1. salutjuli says:

      Liebe Rebecca, ich danke Dir sehr für Deinen lieben Kommentar. Da hast Du recht, jetzt haben wir wieder mehr einen Kopf für Glückwünsche von außen. 🙂 Ich würde am liebsten sofort wieder zurückfliegen, so schön war es da. Auch um Einiges sonniger als hier, nur leider auch empfindlich teurer. Aber dafür arbeite ich ja wieder, um mir den nächsten Urlaub leisten zu können. Ich hoffe, Dir geht es gut oben in Dänemark. Liebe Grüße aus Deiner Heimat!

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