Wedding Update: Von Bridezillas und Freunden


Noch sechs Wochen. Oder 42 Tage (zumindest an dem Tag gemessen, an dem ich diesen Text hier schreibe). Krass, oder? Kinner, die Zeit vergeht wie im Flug! Mit Erschrecken und leicht panisch habe ich diese Woche in meinen Kalender geschaut und mir sofort eine ganze Liste voller noch zu erledigender Dinge versinnbildlicht. Klar, die Eckpfeiler sind abgesegnet, aber allein schon ein Strumpfband zu besorgen kostet Zeit. Ja, Hochzeitsverächter mögen hier verächlich schnauben ob der Dringlichkeit und Relevanz dieser Details. Aber selbst die haben schon so manche Bräute an den Rand des Wahnsinns getrieben. Schwupps im Büro wurde gleich eins bei Ebay geordert. Es ist ja nicht so, als ob ich mir nicht zu helfen wüsste.

Mein kleiner Organisationsfreak in mir hat sofort das Notizbuch gezückt und alle Punkte feinsäuberlich notiert. Und dabei festgestellt, wie fast schon nebensächlich diese offenen Sachen scheínen. Bridezilla-Moment erfolgreich abgewehrt. Doch ertappe ich mich dabei, auch nachts über alle möglichen Szenarien zu grübeln. Mein neuster Traum, der sich einreiht in eine ganze Staffel voller Absurditäten: Es ist unser Hochzeitstag (allerdings am 24.12.), wir sitzen alle zusammen, es ist 16 Uhr. Plötzlich fällt mir ein, dass wir doch bereits um 10 Uhr heiraten wollten! Keiner sagt etwas, ich beginne zu schreien und zu poltern, doch alle um mich herum sind ruhig und lächeln vergnügt. Will mich keiner verstehen? Kann mich keiner verstehen? Bevor ich eine Antwort erhalte, klingelt auch schon mein Wecker und holt mich zurück in die Realität.

Und die heißt, jeden Morgen zur Arbeit zu gehen, momentan so einige Überstunden zu schieben, damit möglichst viel vor Reiseantritt erledigt ist. Freunde treffen. Gerade auch solche, denen es momentan nicht gutgeht. Die sich zwar gern meine Erlebnisse rund um Hochzeitsvorbereitungen anhören, doch im Moment weißgott anderer Probleme mit sich herumtragen. Und mir damit immer wieder subtil zeigen, dass die sich drehende Welt sicher nicht mit einem weißen Schleier ausgestattet ist, im Gegenteil häufig sogar eine schwarze Trauerflagge hisst. Was mir solche Momente auch zeigen? Wie glücklich ich mich schätzen kann, solche Details wie Tischschmuck, Blumen oder Frisuren zu bedenken. Wie glücklich ich mich schätzen kann, so liebe Menschen um mich zu wissen. Die mir zuhören, denen ich aber auch liebendgern einen ganzen Abend bei einer Flasche kühlen Wein im Sonnenuntergang zuhöre. Wir über Banales, Allgegenwärtiges, Neues und Altes und die Grundpfeiler unseres Lebens reden können, weinend und lachend zugleich – verbal wie nonverbal. Und das soll keinewegs pathetisch klingen, sondern ist schlicht die Wahrheit. Es geht im Leben nicht nur um einen bestimmten Tag, wenn man im Schaukelstuhl daran zurückdenkt. Sondern an eine ganze Kette voller Momente, Erlebnisse, Gedanken und Gefühle. Die aneinandergereiht das Leben erst lebenswert machen und diese einen 24 Stunden, so grandios sie hoffentlich werden mögen, wie einen kleinen Wimpernschlag aussehen lassen.

Solange ich so etwas erleben darf, werde ich sicher keine Bridzilla. Trotz all des Kribbelns in mir, was sich allmählich anbahnt. Aber genug für heute, die Tanzstunde ruft!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s