Die Magie des Aufräumens

tidy_up_2Kreatives Chaos, militärische Akribie oder gemütliche Ordnung – beim Sortieren des Kleiderschranks, der Küchenschränke oder grob gesagt der eigenen vier Wände hat wohl jeder sein ganz individuelles Prinzip, um sich zurecht und wohl zu fühlen.

Ich für meinen Teil bemühe mich inständig, kontinuierlich Ordnung zu halten, nicht mehr als einen Haufen unsortiertem Zeugs in meiner Wohnung anzuhäufen, wobei die Größe und Intensität dieses Haufens doch stark variert. Da ich obendrein nicht allein unsere vier Wände bewohne, gestaltet sich mein Prinzip häufig als diffizil und schwer umsetzbar. Es kollidiert schlicht leicht mit seinem Ordnungsprinzip oder beide Grundsätze driften gar ganz auseinander. Dazu gesellt sich der Zeitmangel unter der Woche, der unschwer als Ausrede für meine schwindende Motivation zum Aufräumen missbraucht wird. Ein Teufelskreis, wenn man sich nur in Ordnung richtig wohlfühlt, aber Zeit und Lust für Einhaltung der strengen Regeln fehlen.

Gestern hat es mich aber gepackt: Keine Verabredungen, kein Einkaufsmarathon, keine großen Backpläne (leider!) – oder einfach gesagt: keine Ausreden. Also räumte ich alle Fensterbänke frei, schnappte mir Lappen und Fensterputzmittel und legte los. Die herbstliche Sonne lud dazu ein, die neue Jahreszeit mit einer gründlichen Reinigung zu beginnen. Der Herbst ist einfach zu schön, um ihn mit Unordnung und dreckigen Fenstern willkommen zu heißen. Die tiefer stehende Sonne muss schließlich auch ihren Weg rein in unsere Wohnung finden. Auf dem Hoch meiner Motivation entschied ich mich sogar dazu, meinen Lebensmittelschrank zu entrümpeln und neu zu sortieren. Immer nur alles nach hinten zu schieben und vorn mit Nachschub zu versorgen ist eher eine suboptimale Lösung, wenn Ihr mich fragt. Schwupps übersieht man, dass man die zehnte Rohrzucker- und Haferflockenpackung hortet – sicher nur für schlechte Zeiten – und die Gewürze aus dem Ägyptenurlaub von vor vier Jahren leicht zu verwesen anfangen. Nicht zu vergessen meine inzwischen beachtlich gewachsene Marmeladenglassammlung.

tidy_up_1Nun sonnt sich mein Schrank endlich wieder in Ordnung, erstrahlt in neuem Glanz und mit einem neuen Ordnungsprinzip, das hoffentlich beibehalten wird. Sachen, die man täglich braucht, in der untersten Etage zu stapeln, ist nicht ganz unclever, wenn ich als kleiner Person an die oberste Etage nur mit Stuhl herankomme. Erspart zu viel Sport und macht mehr Freude.

Ein kurzes Sportintermezzo im Fitnessstudio später war meine Energie noch immer nicht verschwunden, sondern wollte sinnvoll genutzt werden. Warum sich nicht noch den Kleiderschrank und meine Kommode vornehmen? Wenn Herbstputz, dann aber richtig! Ihr glaubt gar nicht, was man dabei so alles findet. Abgelaufene Medikamente (ups, wie kommen die bloß zwischen meine Schals?), 20 verschiedene Paar dicke Wollsocken meiner Oma, von denen so einige gar nicht mehr benutzbar, da durch die Waschmaschine verfilzt sind. Einmal alles ausräumen, auswischen und kritisch hinterfragen, was ich wirklich noch anziehe. Die Regel, alles auszumisten, was man ein Jahr nicht angezogen hat, kommt nicht von irgendwo. Und Strumpfhosen zu behalten, die schon nach dem ersten Schritt in die Kniekehlen rutschen, erweist sich vielleicht nicht als die beste Idee.

Nun stapeln sich drei Tüten mit Sachen für den Müll in meinem Wohnzimmer, die wohl schnell mal weggeschafft werden müssten, um die aufgeräumte Wohnung nicht gleich wieder in ein Chaos zu verwandeln. So viel Müll, fragt Ihr Euch vielleicht? Ich trage meine Klamotten und Accessoires meist so lang, bis sie fast zerfallen. Dann eignen sie sich leider nicht mehr zum Verschenken oder gar Verkaufen. Vielleicht horten andere Frauen ihre Klamotten wie einen Goldschatz, ziehen aber nur einen Bruchteil davon an – ich bin da ganz anders und habe, obwohl kein Mangel vorherrscht, ein paar weniger Teile im Schrank hängen als andere. Zum Glück ist aber trotzdem eine Tüte für wohltätige Zwecke dabei herausgekommen.

Fazit: Es gibt für mich nicht Befreienderes als auszumisten und aufzuräumen. Ich bekomme meinen Kopf frei für neue Projekte, Ziele und Wünsche – nicht nur materieller Art. Befreie mich von Altlasten, schlechten Gedanken und negativen Schwingungen. Und blicke nun erst mal auf sechs tolle Tage in der Sonne, bevor ich wieder zum Herbst zurückkehre. 🙂

Habt Ihr vielleicht Erfolgsstrategien fürs Aufräumen und Ausmisten?

tidy_up_3

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s