Sonne für alle – Wolken für keinen

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Ich liege im Gras, genieße jeden einzelnen Sonnenstrahl. Das Wetter meint es momentan wirklich gut mit uns, ich habe frei. Alles könnte so schön sein, so unbeschwert. Mein Herz wäre gern so federleicht, dass es den Boden unter den Füßen nicht mehr merkt. Wenn, ja wenn..

Wenn nicht neben uns jemand sitzen würde, für den die Sonnenstrahlen noch so kräftig scheinen können, der Himmel ist und bleibt grau. Manchmal sieht man den Himmel vor lauter Wolken nicht, erkennt in seinem Tunnelblick die blühenden Sträucher, die zwitschernden Vögel und die wogenden Wellen um einen herum schlicht und einfach nicht mehr. Der Boden solle sich unter einem so schnell wie möglich auftun, damit man verschwinden möge und sich zurückziehen kann.

Da hilft kein lieber Blick, keine Umarmung, kein hilfsbereites Wort. Die Wolken möchten momentan nicht verschwinden. So sehr, dass man schon selbst betrübt nach Hause geht, sich bei der Arbeit nicht konzentrieren kann und schlecht schläft. Ja, diese Tage und Wochen gibt es wirklich. Diese Momente, in denen man dem Gegenüber so gern signalisieren möchte, dass man bedingungslos zu ihm steht, komme was wolle. Aber einfach nicht die passenden Worte findet. Beginnt zu stammeln, ihn mit feuchten Augen anzusehen, ihn behutsam zu tätscheln und gleich wieder beginnt zu zweifeln, ob das wirklich die rettenden Maßnahmen sind, um die Person zu trösten.

Ich selbst würde in solchen Momenten wahrscheinlich für jedes warme Wort dankbar sein und es als kleinen Lichtschweif am Horizont deuten, wenigstens für eine Sekunde. Aber als Tröster denke ich immer, all meine Gesten seien nicht ausdrucksstark genug und helfen sowieso nicht. Hat je ein mitfühlender Blick Katastrophen beiseite gewischt, Narben verschwinden lassen und Tränen getrocknet? Mein Zweifel bleibt bestehen.

Viel schlimmer noch, wenn andere Menschen scheinbar keinen Anteil nehmen an der Trauer Anderer. Sei es aus Blindheit, Egoismus oder purer Hilfslosigkeit, die bei Anderen als Egoismus rüberkommen. Wieso können andere Menschen scheinbar über solche Situationen hinwegsehen – oder verstecken sie ihre Grübeleien nur besser als ich? Ich möchte nicht, dass die Sonne nur für mich scheint. Ich mag mich nicht sonnen, wenn andere im Regen stehen. Hoffentlich schieben wir bald gemeinsam die grauen Wolken beiseite, holen uns einen Liegestuhl, ein kühles Getränk und freuen uns über unser Leben – das ist mein Wunsch für diesen Sommer!

 

Sunshine for everyone – no clouds for anybody

I’m lying in the grass, enjoying every single sunray. The weather kind of likes us at the moment, I don’t have to work today. The world could be perfect, easy-going. My heart want to be as light as feathers so that it doesn’t feel the ground below the feet anymore. If not, if…

If not somebody would lie next to us, for whom the sun can shine as bright as you could imagine, the sky stays grey for him. Sometimes you don’t see the sky, only the clouds, you don’t recognize the bloomy shrubs, the singing birds and the fantastic waves around you. You just want to disappear without anybody notifying it.

No nice sight, no hug, no helpful word could help. The clouds simply don’t want to disappear. So much that you yourself come home with tears in your eyes, you can’t concentrate in the office and rarely sleep. I confess these days do exist. These moments, when you want to signalize to your counterpart that you stand by him no matter what will come. But you don’t find the right words. You begin to babble, look at him with tears in your eyes, caress him carefully and doubt if these are really the right arrangements to solace this person.

I personally would be thankful for every truly warm word and would draw hope from it. Even if it is just for a single second. But if I am the comforter I always think my gestures don’t have enough expression and don’t help at all. Did a caring sight ever stashed catastrophes away, removes scars and dried tears? My doubts continue to exist.

Even harder in my opinion are people who seem to not care about the sadness of their counterparts. Maybe they are blind, maybe they are selfish or maybe they are just helpless and don’t know what to do. Why can other people overlook such situations – or can they hide their musings better than I can? I don’t want to shine the sun just for me. I don’t want to bathe in the sun when other people stand in the rain. Hopefully we can push the clouds away very sun. Then we will sit on a deck chair, drink a cool beer and enjoy our life again – that’s my wish for this summer!

 

 

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