Es muss mit Beeinträchtigungen gerechnet werden – alles streikt

Alles streikt
Arbeit, Freunde, Famillie, Sport, Blog, Essen, Kochen, Backen, Putzen, Aufräumen. Was in normalen Wochen schon als kleine Herausforderung anmuten kann, stellt mich in einer Woche voller Bahnstreik vor eine immense Aufgabe.

Früher aufstehen, damit man auch zur Bahn kommt. Nur um dann zu warten, in die überfüllte Bahn einzusteigen, mit mir völlig fremden Menschen quasi zu kuscheln, so eng stehen wir beinander. Dann wieder warten auf den Bus, der nicht kommen möchte. Telefonieren, Meetings, Sachen programmieren, abstimmen, wieder umprogrammieren. Briefings erhalten, schreiben, korrigieren, weitergeben und zurücknehmen. To-Do Listen schreiben, nur um sie nach fünf Minuten wieder umzuschreiben.

Ein ewiges Hin und Her, das nur mit Kaffee, Wasser und an gelegentlichen Tagen mit Kuchen zu bewältigen ist – und ganz viel tief durchatmen. Abends das selbe Spiel mit vergeblichem Warten, nur um mit einem anderen Bus noch länger bis zur Bahn zu brauchen. Gefolgt von – Ihr erratet es vielleicht – Warten auf die Bahn.

Dann die ewige Frage: Ausgehen, putzen, endlich mal wieder mit der besten Freundin telefonieren, Yoga zur Entspannung einzulegen oder nur auf der Couch zu entspannen? Immer länger, immer weiter, immer höher, immer mehr. Immer statt auch mal nicht. Wann haben wir aufgehört, immer nur mehr zu wollen anstatt das Bügelbrett auch mal links liegen zu lassen? Perfekt im Job, perfekte Hausfrau, Köchin, perfektin Freundin. Nicht einfach, all diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Nicht einfach? Ziemlich unmöglich!

Meine größte Schwäche? Nicht nein sagen können und vor allem die große To-Do-Liste vor Augen haben. Es macht mich so glücklich, Aufgaben zu erledigen, dass ich manchmal vergesse, wie glücklich ich in all jenen Momenten bin, in denen ich rein gar nichts mache. Nur dasein, das Miteinander erfühlen, all den Stress und Ärger vergessen und nur die Sonne vor Augen.

Stattdessen nutze ich meinen freien Abend nicht dazu mich mit einer Freundin zu treffen oder in der Badewanne zu entspannen, sondern arbeite, schreibe, putze und grübele. Und nehme mir mal wieder für die Zukunft vor, aktiv zu entspannen statt hektisch umzuwuseln. Ob mich der Bahnstreik diese Woche mit all seinen Wartemomenten gelehrt hat, einen Gang zurückzuschalten?

Hat er. Denn meine größte Stärke: Dunkle Wolken schnell mit einem Shoppingdate mit einer Freundin oder einem Stück Kuchen wegzuschieben. Beim Sport neue Kraft tanken und dann endlich mal wieder eine Stunde nur auf dem Sofa zu sitzen und mich von YouTube und Fußball berieseln zu lassen. Oder die Sonntagssonne beim Hafengeburtstag genießen, Schiffe bestauen und Crêpe essen.

Alles streikt

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