Olá Lisboa – Kurzttrip in die portugiesische Hauptstadt

Lissabon
Als sich mir vor etwa zwei Wochen die Möglichkeit bot, für ein paar Tage nach Lissabon zu fliegen, musste ich doch ein paar Augenblicke mehr überlegen, ob ich das wirklich möchte.

Ist sie jetzt verrückt, fragt Ihr Euch? Eine geschenkte Reise ablehnen? Und nein, ich werde dafür hier nicht bezahlt, sondern habe einfach nur einen sehr lieben Menschen, der mir das hier ermöglicht hat. Als Durchschnaufphase gewissermaßen, bevor sich bei mir ab Montag ein neues Kapitel öffnet. Nein, als verrückt würde ich mich nicht bezeichnen, lieber als vorsichtig. Bin ich doch bisher noch nie so richtig allein gereist. Allein geflogen und Bahn gefahren natürlich schon, aber wenn allein, dann auch immer zu Besuch zu Freunden oder Familie. Mit denen konnte ich dann mir unbekannte Gefilde erkunden, aber nie mutterseelenallein. Schwierigkeit Nummer 2 für mich: Die günstige Reise gab es nur inklusive einem Ryanair-Flug. Der war so günstig, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenken möchte, wie genau die das jetzt finanzieren können. Ich war immer gegen die Politik und die Geschäftsstrategien von Ryainair. Billigflieger schön und gut, aber ein solches Unternehmen unterstützen, dass sich allein durch oftmals versteckte Gebühren und wahrscheinlich unterste Dumping-Löhne finanziert? Das passte nun wirklich nie in mein Weltbild. Nach Germanwings und Vueling war Schluss für mich.

Aber dieses Mal war es mir die kurze Auszeit aus dem Alltag wert (ich weiß: Schande über mein gebrochenes Rückgrad!). So informierte ich mich in der letzten Woche eingehend über alle möglichen Gebühren der irischen Billigfluglinie, um gewappnet zu sein. Und siehe da: Ich bin ohne weiteren Aufpreis tatsächlich in Lissabon gelandet und hatte obendrein noch einen angenehmen Flug. Kaum angekommen erwartete mich jedoch schlimmster Monsun-Platzregen. Ich wusste bereits, dass es regnen würde, aber welches Aquaplaning mich nach dem Aussteigen aus der Ubahn erwarten würde, damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Nach nur 1 Minute an der frischen Luft war ich bis auf die Unterwäsche komplett durchnässt. Von meinen geliebten Sofie Schnoor Sneakern ganz zu schweigen. Schön auch, dass Lissabon so hügelig ist und sich allein schon deswegen Sturzbäche bildeten, die ein wenig an reißende Flüsse erinnerten. Meine klischéehafte glatte 6 in Orientierung, die mich fast eine Stunde ahnungslos durch die Gegend treiben ließ, tat ihr Übriges dazu. Wieder einmal war ich gefühlte 10 Mal am Ziel vorbeigelaufen, bis ich es endlich entdeckte. Natürlich hatte ich auch noch meinen Hotel-Voucher zu Hause vergessen, sodass ich einige Schwierigkeiten hatte, mit dem Rezeptionisten zu besprechen, dass ich auch wirklich ein Zimmer reserviert hatte. Fazit meiner Anreise: Mein gesamter Koffer war völlig durchnässt, ich habe den halben Abend damit verbracht, meine Klamotten und Schuhe zu föhnen.

Lissabon

Zum Glück konnte ich in einem Restaurant im größten Einkaufszentrum der Ibirischen Halbinsel etwas essen – obwohl man sich zwischen all den Pärchen und Familien leicht eigenartig vorkommt, so ganz allein am Tisch zu sitzen. Ist es Euch auch schon einmal so ergangen oder macht Euch so etwas gar nichts aus? Edit: Die Tage drauf fand ich es übrigens dann sehr spannend, allein am Tisch zu sitzen, mit Desserts und Wein verwöhnt zu werden, gewissermaßen wie eine Lady, und all die Passanten und anderen Gäste beobachten zu können. Hat auch was.

Nun liegen drei sehr ereignisreiche volle Tage in Lissabon hinter mir, während ich hier um 5.30 Uhr morgens am Flughafen diesen Text überarbeite (und zum Glück nicht wie der gemeine Ryain-Air Tourist am Flughafen übernachtet, sondern mir ein Taxi gegönnt habe). Nachdem auch am zweiten Abend erneut monsunartiger Regen darnieder prasselte, zeigte sich am letzten sogar mal richtig die Sonne, ohne gleich wieder vom Regen überstimmt worden zu sein. Jetzt zum Schluss kann ich behaupten, mich ein kleines großen Bisschen in Lissabon verliebt zu haben. Der Blick vom Castelo de San Jorge über diese schöne Stadt verursachte Staunen und Herzweh zugleich bei mir. Danach bin ich in das quirrlige Stadtleben von Baixa und Chiado eingetaucht. Habe aber gleichzeitig immer mal wieder für einen Galao und ein Nata in einem schnuckeligen Café Halt gemacht. Das Ärchalogische Museum kann ich Euch auch sehr ans Herz legen. Es ist in der Ruine einer alten Kirche untergebracht und ließ mich ein wenig atemlos staunend zurück.

Lissabon

Am letzten Tag genoss ich eine wunderbare Kunstausstellung von antiken bishin zu fast modernen Stück im Museu Calouste Gulbenkian, nur um nachher ganz tourilike mit dem Bus eine Stadtrundfahrt zu machen. Ein paar Mal wurde mir leicht schlecht, als unser Busfahrer mal wieder einen San Fransico artigen Berg hinauffahren musste, ein paar Äste mitnahm und mehrmals andere Autos fast rammte. Aber auch das macht Lissabon aus.

Lissabon

Ein Tipp, den man nicht oft genug wiederholen kann: Wenn Ihr Süßigkeiten liebt, fahrt unbedingt nach Belém,um in der Rua de Belem die weltberühmten Pasteis de Belem zu probieren. Abgesehen vom Zimt weiß ich nicht, was der Unterschied zu den Natas ist – das weiß niemand, da das Rezept geheim ist – aber sie waren wirklich göttlich und zum Niederknien. Ein würdiges Mahl, um im Anschluss Vasco da Gamas Sarg im Hieronymus zu besuchen.

Belem

Nachdem ich an den ersten beiden Abenden in kleinen, unscheinbaren portugiesischen Restaurants gespeist habe, war ich am finalen in einem Restaurant, das zum Story Hotel gehört. Es ist mir schon beim ersten Vorbeigehen aufgefallen, gestern konnte ich dann nicht mehr widerstehen. So ein Garnelenrisotto habe ich noch nie gegessen. Dazu noch leckeren Fisch und ein Glas Wein. Einfach nur himmlisch. Der Brownie zum Dessert hat meinem Kurzurlaub einen würdigen Abschluss verliehen. Das Essen war schlussendlich mit knapp 20 Euro sogar viel günstiger als erwartet – in Deutschland bekommt man ein gutes Glas Rotwein sicher nicht für 3 Euro! Das Restaurant ist sicher nicht das Typischste Sicher nicht das typischste Restaurant überhaupt für Lissabon, aber uneingeschränkt empfehlenswert!

Danach bin ich noch ein bisschen durch die inzwischen weihnachtlich erleuteten Straßen gegangen, wohlgemerkt bei geöffneter Jacke – treibt es mich heute schon wieder ins inzwischen bitterkalte Deutschland. Fazit meiner Reise: Auch wenn es mir Lissabon am Anfang nicht leicht gemacht hat, habe ich die Stadt in mein Herz geschlossen und freue mich jetzt schon, all die noch nicht realisierten Besichtigungspläne hoffentlich bald in die Tat umsetzen zu können. Dann vielleicht aber nicht allein. Denn obwohl ich inzwischen weiß, dass auch allein reisen unglaublich inspirierend, entspannend und spannend zugleich sein kann, ist es in meinen Augen doch schöner, wenn man diese Erlebnisse und Erfahrungen mit Jemandem teilen kann. Obrigado Lisboa e até logo!

 

 

Olá Lisboa – Short trip to the Portuguese capital

Two weeks ago when I got the offer to fly to Lisbon for a few days, I had to think for a few more moments if I really want to go there.

Is she crazy, are you asking right now? Refuse an offered trip? And no, I don’t get paid for writing about my trip, I just got a really gorgeous person gave it to me. To be able to breath and relax before a new chapter of my life will open from Monday on. I wouldn’t call me crazy, just cautious. By now I didn’t travel alone yet. Flying alone or going by train alone yes, but when alone then just to visit friends and family. Together with them I always discovered new places and cities, but never really on my own and alone. Challenge number 2 for me: This cheap trip contained a fly with Ryanair. This flight was so cheap, that I don’t want to think about it too much, how they can finance it. I always was against the policy of the whole Ryanair company. No-frills airlines okay, but supporting a company that finance his practices only with dumping salaries and hidden fees? That was totally against my view of world.

But this time it was worth it (I know, how contradictory from me). After informing about all kinds of fees of Ryanair I managed my flight to Lisbon without any further fees. Surprise: I even had a quite comfortable flight. As soon as I arrived in Lisbon it began to rain. And after coming out of the subway the rain got so heavy that it remembered me of Monsoon rain. I already knew it would rain, but so heavy? After one single minute I got wet on my whole body. Even my underwear was wet. And the content of my luggage was wet as well. I even got lost because I couldn’t find my hotel, so I got wetter and wetter. Furthermore I forgot my hotel voucher at home, so I had difficulties to explain to the desk clerk that I really reserved a room. Finally we could manage everything, so that I could spend the whole evening with blow-drying all my clothes. A perfect beginning of my city trip!

Lissabon

Fortunately I found something to eat after ten hours of traveling and not eating anything (you remember: Ryanair), but I felt a little bit weird between all the couples and families. Did you already feel the same or is it okay and normal for you to eating alone in a restaurant? And I mean a real restaurant, no fast food. Edit: The next days I got used to eat alone and I found it pretty exciting to observe the other people in the restaurant, to be treated like a lady with good wine and desserts. That’s not bad at all.

Lissabon

Now three really great and exciting days full of adventures lay behind me while I’m editing this text at 5.30 in the morning at the airport of Lisbon (and thank God I went by taxi to the airport and didn’t sleep at the airport like most of the other Ryainair travelers). After the Monsoon rain happened again on the second evening, I could enjoy real sun on my last day. It was so fantastic to enjoy the sun at the end of November. At the end I can claim to fell in love with Lisbon. The view of the castle of San Jorge over this marvelous city was absolutely amazing. Then I discovered the lively neighborhoods of Baixa and Chiado and Chaim. But from time to time I stopped in a café for a Galao and a Nata (the most delicious pasty on earth!). The archaeological museum is something that I really can recommend to you as well. It was situated in the middle of a church ruin which left me breathless.

On my last day in Lisbon I enjoyed a really nice art exhibition in the Museu Calouste Gulbenkian that contained antique art as well as almost modern art. After that I did a sightseeing trip by bus, like the cliché of a tourist. This can be very exciting when you think about the huge tourist buses and the many hills of Lisbon which remembered me a little bit of San Francisco.

An advice that cannot be repeated too much: If you like it sweet and if you like pastries, take the tram and go to Belém to try the famous Pasteis de Belém on the Rua de Belém. Apart from the cinnamon I don’t know the difference between them and the Pastéis de Nata which you find everywhere in Lisbon. Actually no one really knows the difference because the recipe is secret, but they were incredibly delicious, like heaven. That’s the only thing that matters to me. A condign meal to visit the grave of Vasco da Gama afterwards.

Belem

After I’ve eaten in little Portuguese restaurants on the first two days, I chose the restaurant of the Story Hotel for my last evening. If you ever go to Lisbon and want to eat something really good, go there, it’s worth it. I never ate such a good prawn risotto (apart from Italy). And furthermore there was delicious fish and a glass of wine at its side. Heavenly! The brownie which I had for dessert gave my trip to Lisbon a condign ending. And the meal was cheaper than I had expected. 20 Euros for a main course, a dessert, water and a glass of wine is not that much in my opinion, and you can’t get a good red wine for 3 Euro per glass in Germany. This restaurant is certainly not the most typical Portuguese restaurant, but I can totally recommend it to you!

Lissabon

 

Lissabon
Conclusion of my trip: Lisbon didn’t make it easy to me at the beginning to like it, but now I definitely took it to my heart and I’m already looking forward to realize all of the plans I didn’t manage yet. But then I hope to go there not alone, but with a friend of mine. Although I know now that traveling alone can be so inspiring, relaxing and exciting at one time, I prefer traveling with someone other as you then can share your memories and experiences. Obrigado Lisboa e até logo!

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