Backtraum meiner Kindheit: Dresdner Eierschecke

Dresdner Eierschecke
Ich hatte es bereits vor zwei Wochen in einem anderen Beitrag angekündigt, dass ich eine Spezialität aus meiner Heimat gebacken habe. Die Vorstellung hier auf dem Blog musste allerdings verschoben werden, da mein Backwerk leider komplett misslungen war. Ich möchte ehrlich mit Euch sein und auch meine Misserfolge nicht verschweigen. Schließlich kann man aus einer Niederlage nur lernen.

 

Schon in meiner Kindheit vergöttert, weiß ich diese Backspezialität spätestens seit meinem Umzug nach Hamburg noch viel mehr zu schätzen. War das Heimweh auch noch so groß und unüberwindbar, der Duft nach frisch gebackener Dresdner Eierschecke konnte mein Herz wieder mit Wärme erfüllen. Lebt man plötzlich fern der vertrauten Umgebung, weit weg von Freunden und Familie, sind es oft die eigenartigsten Dinge, die einem Halt und Geborgenheit geben können. Bei mir war es eben Eierschecke, die mich sofort an zu Hause erinnerte und mir das Gefühl gab, mit meiner Familie sonntags am Kaffeetisch zu sitzen. Seitdem backe ich sie besonders gern in jenen Momenten, in denen mir der Weg nach Dresden wieder einmal so weit scheint, als wäre es Australien. In denen ich mich aufs Sofa meiner Eltern wünsche und mit deren Katzen kuscheln möchte. Kaum habe ich den ersten Bissen im Mund, werden Sorgen plötzlich kleiner und verwandeln sich zurück in Freude und Optimismus und ich kann nicht mehr nachvollziehen, warum ich gerade so traurig war.

 

Meine letzte Backerfahrung war nicht ganz so von Erfolg gekrönt. Der Quark suppte aus der Backform und nach einem Teststück musste ich leider die Bilanz ziehen, dass dieser Kuchen keinesfalls genießbar war. Lang und ausführlich habe ich Zutaten und Herangehensweise analysiert und war ratlos. Bisher hatte immer alles reibungslos geklappt! Warum in aller Welt war mir plötzlich meine Intuition in Sachen Mengenverhältnissen, Ofentemperatur und Garzeit verloren gegangen? Ein klitzekleiner schwarzer Moment in meiner Backgeschichte. Aber nach einer ausführlichen Diskussion mit meiner lieben Oma, die mir riet, den Quark über einem Küchentuch abtropfen zu lassen, und es einfach noch mal zu probieren, war meine Freude von Neuem entfacht. War es meine alte, etwas lädiert aussehende Springform, die zu klein für die Mengenangaben war, der zu flüssige Quark oder die schon zu lang im Kühlschrank stehenden Eier? Ich kann es leider nicht mit Bestimmtheit sagen.

 

Fest steht allerdings: Gestern wagte ich einen neuen Versuch mit einer neuen, größeren Springform, und abgetropftem Quark. Das Ergebnis war in meinen Augen saftig, süß, erfrischend, grandios, fantastisch, perfekt – eben wie zu Hause! Ihr seht, ich bin vollauf begeistert. Und wer sich gerade denkt: Was in aller Welt ist bitte Eierschecke? Ein Quarkkuchen mit Puddingfüllung und Eischnee. Der Himmel im Backreich! 😀

 

Zutaten:

Quarkmasse

2 Eier
750g Quark
200g Zucker
Saft einer Zitrone

 

Füllung

1Pck. Vanillepudding
3/8l Milch
2EL Zucker
5 Eier
½ Stück Butter

 

Zubereitung:

Zuerst mit 3/8l Milch, 2EL Zucker und dem Päckchen Vanillepudding den Pudding kochen. Dann von der Herdplatte nehmen und ein halbes Stück Butter hineingeben und schmelzen lassen. Die Eier trennen und das Eiweiß schlagen.

Quark über einem Küchentuch abtropfen lassen. Dann in eine Schüssel geben. Eier, Zucker und den Saft einer Zitrone hinzufügen. Mit einem Handrührgerät cremig schlagen. Die Masse in eine zuvor eingefettete Springform geben und glatt streichen.

Das Eigelb in die Pudding-Butter-Mischung geben und mit einem Handrührgerät verrühren. Den Eischnee vorsichtig unterrühren. Die Masse dann auf den Quark verteilen.

Dresdner Eierschecke

Bei 170° Celsius etwa 40 Minuten backen. Danach etwa 10 Minuten im Ofen ruhen lassen, aus dem Ofen holen und auskühlen lassen.

Bon Appétit!

 

 

Actually I already prepared this recipe two weeks ago, but unfortunately the cake was awful. Something went wrong, the curd cheese was too liquid, it even came out of the baking form. After one try I decided that this cake can’t be eaten. Even my stomach recognized that.

This recipe has been a big part of my childhood. It is a specialty of my hometown Dresden, some kind of a cheesecake, but with eggs and custard. It is called “Eierschecke”, there doesn’t exist an English version of it, I’m sorry. Definitely one of my favorite cakes. Unfortunately you can’t buy it here in Hamburg, so every time I feel like I need this cake, I have to make it on my own. I mostly get this feeling when I’m feeling alone and sad and homesick. One of these moments when my hometown feels so far away as it were in Australia. But just after I took it out of the oven, I can smell my family and my home. It tastes sweet, fresh, light, just fantastic and perfect. You see, I’m totally excited about that cake and so glad it tasted just like that when I tried it again yesterday. Thanks to my grandma who gave me some extra advices how to improve it. 😀

 

Ingredients:

Curd cheese mix

2 eggs
750g curd cheese
200g sugar
juice of one lemon

 

Stuffing

1 sachet of custard
3/8l milk
2tbsp. sugar
5 eggs
125g butter

 

Instructions:

Cook the custard with the milk, the sugar and the sachet of custard. Set it aside from the burner, add the butter in it. Dann von der Herdplatte nehmen und ein halbes Stück Butter hineingeben und schmelzen lassen. Separate the egg whites and yolks and whisk the egg whites up to beaten egg whites.

Drain the curd cheese on a paper towel, then put it in a bowl. Add the eggs, sugar and the lemon juice. Mix it with the help of a handheld electric mixer. Oil a baking form and put the curd cheese mix into it.

Add the yolks to the custard butter mix and mix it with the handheld electric mixer. Stir the beaten eggs carefully into the mix. Then add the stuffing onto the curd cheese.

Bake for about 40 minutes at 170° Celsius. Then let it in the oven for about 10 additional minutes, put it out of the oven and let it cool down.

Dresdner Eierschecke

 Dresdner Eierschecke

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