Ei verbibbsch: Gehen, kommen und bleiben

Stadtfest Dresden
Schaut man heute in den grauen Himmel, der sich mit dunkel verhangenen Wolken präsentiert, mag man annehmen, der Sommer neige sich so langsam dem Ende zu. Die schwüle Sommerhitze hat sich schon vor einer Woche aus den Gefilden Hamburgs verzogen und Platz für frische – für meinen Geschmack etwas zu frische – Lust inklusive Regenschauern und herbstlich anmutenden Windböen gemacht.

Mit dem Rückzug der Hitze spüre auch ich so etwas wie eine innere Reinigung. Etwas in mir, das nach Veränderung und Weiterkommen verlangt. Jetzt gerade sind wir im fast östlichsten Osten, in meiner alten Heimat, in der – so scheint es mir manchmal – die Zeit still zu stehen scheint, während das Leben gleichzeitig trotzdem weitergeht. Vielleicht ein Widerspruch in sich, aber es fühlt sich für mich trotzdem so an. Vor zwei Wochen bereits habe ich meinen vierten Jahrestag mit meiner neuen Heimatstadt Hamburg gefeiert. Still und leise, aber doch entschlossen und versöhnlich. Wir waren uns anfangs nicht vertraut, sogar im Gegenteil sehr fremd, und ich mir lange nicht sicher, ob ich jemals so fern meiner vertrauten Umgebung heimisch werden möchte.

Und nun genieße ich das Privileg, dass an beiden Enden der Bahnstrecke herzensgute, liebe Menschen auf mich am Bahnsteig warten. Menschen, denen ich häufig nur am Telefon oder Skype Neuigkeiten mitteilen und umarmen kann. Häufig habe ich die Technik verflucht, weil sie so viele Gefühle filtert und nicht weitergibt. Doch macht sie auch so vieles einfacher. Wer hätte gedacht, dass man über zwei Kontinente und einen schier endlosen Ozean hinweg Familientreffen abhalten könnte, auf denen es ähnlich lebhaft wie am heimischen Wohnzimmertisch zugeht? Auch wenn das kein Ersatz für reale Umarmungen und Berührungen sein kann, so verkürzen solche Gespräche doch zumindest für ein paar Augenblicke die große räumliche Distanz zueinander. Freundschaft, Liebe, Familie beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Anzahl von Kilometern, die zwischen zwei Personen liegen, sondern zeigt sich allein in den Worten, Gedanken, Gefühlen und Taten, die man miteinander teilt. Egal ob nun real oder virtuell.

 

Apropos Familienbesuch und Dresden: Ich hatte die Gelegenheit, an diesem Wochenende einen weiteren Punkt meiner Sommerliste abzuhaken. Einen, auf den ich mich ganz besonders freute: das Dresdner Elbufer. Zum Glück hat Petrus mitgespielt und das Dresdner Stadtfest nicht ins Wasser fallen lassen. Aber die Dresdner Stadtsilhouette haut so schnell nichts um, sie ist die Flut ja gewöhnt. 🙂 So feierten hunderttausende von Menschen ausgelassen ihre Elbmetropole – unter dem Motto „Aufregend romantisch“. Ein grandioses Gefühl, immer wieder neue Ecken in meiner Heimatstadt zu entdecken. Mit Wurzeln zu fliegen ist unbeschreiblich schön.

Stadtfest Dresden

Stadtfest Dresden

Stadtfest Dresden

Stadtfest Dresden

Muss ich also nur noch Limonade machen und Ende September unseren München-Trip in die Tat umsetzen. Ein herrliches Gefühl, sowohl Dinge zu erledigen, die einem solche Freude bereiten.

Wie sagt der Sachse so schön: Ei verbibbsch! 😀

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