Vom Glück, den Alltag zu genießen

Sunset Hamburg
Eine Familie versammelt sich im Garten. Tauscht neugierig alte und neue Familiengeschichten aus, lacht und weint gleichzeitig miteinander. Liegt sich im einen Moment in den Armen und im nächsten in den Haaren. Die Uhr scheint zu rasen. Binnen Sekunden dreht sich der Zeiger vom späten Nachmittag zur hereinbrechenden Nacht. Die Zeit reicht einfach nicht aus, um sich alle Neuigkeiten zu erzählen. Schon geht die Sonne unter, plötzlich ist alles dunkel…

Dieser sehr eigenartige Traum begleitete mich das gesamte Wochenende  über. Als ich aufwachte, war keiner dieser Familienmitglieder mehr um mich herum. Ich war allein, keiner bei mir. Stattdessen in mir nur dieses wahnwitzige Gefühl, sofort aufstehen zu müssen. Schon viel zu spät, der Tag bereits seit Stunden angebrochen, während ich statt meine Aufgabenliste abzuarbeiten nur schlafend im Bett lag.

Also flugs angezogen und fertig für meine zahlreichen Aufgaben gemacht. Doch je mehr ich mich anstrengte meiner eigens aufgezwungenen To-Do-Liste gerecht zu werden, desto mehr verbiss mich darin. Warf Sachen herunter, kleckerte auf den eben erst gewischten Boden, schmiss den Mülleimer zur Seite, löschte Dokumente. Kurzum: Nichts wollte klappen. Verzweiflung bahnte sich ihren Weg. Ist das wirklich ein Wochenende, so wie ich es mir wünsche? Wie ich es vielmehr brauche nach fünf ereignisreichen und langen Werktagen? Tut mir das wirklich gut? Nein, natürlich nicht, aber alle Aufgaben nur deshalb links liegen lassen? Die richtigen Prioritäten zu setzen fällt mir oft schwer. Möchte ich doch in allen Dingen die Beste sein. Ordentlich sein, backen und kochen und nebenbei ergriffene Texte zu Papier bringen. Und bei all dem natürlich umwerfend aussehen, das ist ja keine Frage. Aber ist das wirklich das Non-plus-ultra? So erstrebenswert, dass man dafür schwindende Kräfte in Kauf nehmen sollte? Wiegt der Erfolg, das Glücksgefühl, am Ende des Tages alle Aufgaben bravorös gemeistert zu haben, all die Anstrengungen, blauen Flecken und Tränen auf?

Gestern hieß die Antwort irgendwann: Nein! Vom alleinigen Schuften werde ich nicht glücklich, nur wenn dazwischen wohlüberlegte Pausen eingelegt werden. Zeit nutzen, um nichts zu tun. Das habe ich als sehr wichtigen Grundsatz für mich entdeckt. Luft holen, Pause machen, für ein paar Sekunden, Minuten oder Stunden an keine Arbeit denken, zumindest nicht im Detail. Sich etwas Kleines oder Großes zu gönnen, dass nur einem selbst gehört wie ein kleiner Schatz. Und danach wieder umso produktiver arbeiten. Denn nach einer kleinen Auszeit und Abstand vom oft kleinkarierten Alltag sprudeln in meinem Kopf wieder umso mehr Ideen, von denen ich zumindest ein paar wenige stets umsetze.

Für uns brauchte es gestern nicht mehr als eine Flasche Wein, etwas Brot und Oliven, um uns glücklich zu machen. Wir fuhren einfach abends an die Alster, redeten über Gott und die Welt, schwiegen, aßen und tranken eine Kleinigkeit. Genossen den wunderschönen Sonnenuntergang in Hamburg und waren einfach nur glücklich.

 

Und heute hole ich mir ein Stück Heimat in meine Küche. Im Ofen bäckt gerade eine Spezialität. Dazu bald mehr hier auf meinem Blog. 😉

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  1. Oh, da bin ich ja mal auf deine Spezialität gespannt 😀

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