Hamburg-Liebe: Franzbrötchen

Franzbrötchen
Steigt man morgens am Hauptbahnhof um und beobachtet die Schlangen an den Bäckerei-Ständen, fällt einem in Hamburg unmissverständlich auf, dass Franzbrötchen wohl mit am Abstand am häufigsten über die Ladentheke wandern. Auch ich gehöre zu den begeisterten Anhängern dieses Hefeteig-Lieblings. Seitdem ich vor vier Jahren meine beste Freundin in Hamburg besuchte, war ich dem Franzbrötchen verfallen.

Nicht jeder außerhalb Hamburgs kann diese Haltung verstehen und ihm etwas abgewinnen. Meine Familie beispielsweise konnte ich bisher trotz mehrerer mitgebrachten Exemplare nicht unbedingt davon überzeugen. Hier in der Hansestadt wiederum rühmt sich mindestens jede zweite Bäckerei, die mit Abstand besten Franzbrötchen der Stadt aus dem Ofen zu zaubern. Ob pur, mit Streuseln, Schokolade oder Früchten: Jeder hat seinen ganz individuellen Favoriten und seine eigene Lieblingsbäckerei. Aber wehe, jemand zweifelt die Philosophie des leckeren Zimt-Gebäckstücks an! Ganz schlechtes Pflaster dafür hier ;).

Schon lange liebäugelte ich damit meine eigenen Franzbrötchen zu fabrizieren, scheute mich aber lang – vor allem wegen der massiven professionellen Konkurrenz hier in der Hansestadt. Das Video und der Beitrag von Rike auf ihrem Blog Lykkelig haben mich aber schließlich von der Machbarkeit überzeugt. Vorgestern juckte es mich dann so in den Fingern, dass ich nicht anders konnte, als meinen gesamten Feierabend in der Küche zu verbringen. Dass ich noch spätabends am Ofen stand, sieht man den Bildern leider etwas an, bitte verzeiht. Lehre numéro 1: Hefeteig ist so viel einfacher herzustellen als ich dachte. Kurz zusammenrühren, ruhen lassen und den sprunghaft gewachsenen Teig bestaunen. Lehre numéro 2: Ich sollte die Längenangaben pro Brötchen das nächste Mal etwas gewissenhafter umsetzen. Meine Brötchen sind etwas teigig und damit leicht trocken geworden. Vielleicht auch, weil ich nur die Hälfte von Allem genommen habe, ein Ei aber schlecht teilbar ist. Schmecken aber trotzdem himmlisch. Das nächste Mal füge ich einfach noch etwas mehr Butter für mehr Cremigkeit hinzu. Ein ganz großer Vorteil: Sollte ich sonntags plötzlich Heißhunger auf meine geliebten Franzbrötchen bekommen, aber keine Lust haben, zur nächsten noch offenen Bäckerei zu fahren, schmeiße ich ab sofort einfach meinen Ofen an! Meine Welt ist gerettet!

 

Das braucht Ihr für etwa 10 Franzbrötchen:

1 Würfel Hefe
200ml lauwarme Milch
100g Zucker
1 Prise Salz
170g weiche Butter
1 Ei
500g Mehl
1EL Zimt

Und so gelingen Sie Euch:

Die Hefe zerbröckeln und mit lauwarmer Milch, Zucker, 1 Prise Salz, 50g weicher Butter und 1 Ei auflösen.

Nach und nach das Mehl einarbeiten, bis ein glatter Teig entsteht. Mit einem Küchentuch bedeckt etwa 60 Minuten ruhen lassen, auf das Doppelte aufgehen lassen.

Den Teig zu einem etwa 1 cm dicken Rechteck ausrollen (mein Rechteck war irgendwie leicht oval).

120g weiche Butter mit 50g Zucker, 1EL Zimt cremig rühren und auf dem Teig verstreichen.

Franzbrötchen

Den Teig aufrollen und zu einer länglichen Rolle formen. Dann 3 bis 4cm breite Scheiben abschneiden.

Die Scheiben auf einem Backblech auslegen und mit dem Stil eines Kochlöffels in der Mitte fest eindrücken. Weitere 30 Minuten abgedeckt aufgehen lassen.

Franzbrötchen

Nun bei 190°C etwa 20 bis 25 Minuten backen, bis sie goldbraun geworden sind. Danach abkühlen lassen und am besten frisch servieren.

 

Bon Appétit!

 

 

If you talk with people from Hamburg and their favorite pastry, they will give you one single answer: Franzbrötchen! Sounds weird? Sounds delicious! I don’t know where this name comes from, but this little biscuit is made of yeast dough, butter, sugar and cinnamon! Since I’ve visited Hamburg for the very first time four and a half year ago, it means heaven to me! I’m serious – because what I learnt is people from Hamburg are very serious about Franzbrötchen! Everyone knows where they buy their favorite Franzbrötchen. And every bakery claims to offer the best Franzbrötchen in town. So ask ten people here in Hamburg and everyone will give you an answer where to buy it. But the answers will be different, that’s for sure. 🙂

After thinking for such a long time about making my very own Franzbrötchen, I recently finally managed to realize that plan. As there are so many bakeries here in town with such yummy Franzbrötchen, I was a little bit afraid to make some at my own. What if they would be horrible? Would I still be loved? Okay, I’m just kidding, but you know what I mean. 

My first self-produced Franzbrötchen were definitely delicious, but not yet perfect. Next time I will keep an eye on the size of each biscuit. They should be a bit smaller, so that you don’t taste the dough that much. It’s the butter and cinnamon you want to taste. But as I still have some yeast left, I will make new ones in the next days. 🙂

Ingredients:
1 cube of yeast
200ml tepid milk
100g sugar
1 dash of salt
170g soft butter
1 egg
500g flour
1TS cinnamon

Method:

Crumble the yeast and melt it with tepid milk, sugar, a dash of salt, 50g soft butter and 1 egg.

Add flour bit by by bit until the mix becomes a soft dough. Cover it with a towel and leave it aside for about 60 minutes, till the dough will extend to its double size.

Roll the dough out to a rectangle with a height of 1cm.

Mix 120g butter with 50g sugar, 1TS cinnamon and put it on top of the dough.

Roll the dough up to an oblong roll. Now cut slices which are about 3 to 4 cm wide.

Set the slices on a baking sheet and pull strongly the end of a wooden spoon in the middle of the slices. Leave it for about 30 additional minutes, covered with a towel.

Now bake it for about 20 to 25 minutes at 190 degrees Celsius, until they become golden. Then let them cool down and serve them freshly.

Franzbrötchen

Bon Appétit!

 

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