Mein erstes Laufevent: CRAFT Women’s Run Hamburg

Womens Run Hamburg
Wenn sich circa 4.000 gut gelaunte Frauen zwischen 14 und 70 Jahren im pinken Energiebündel-Laufshirt im Stadtpark Hamburg treffen, ist es wieder soweit: Der CRAFT Women’s Run Hamburg findet statt. Dieses Jahr gab es allerdings eine Neuerung: Ich war mit dabei. 🙂

Ich, deren Problemfüßchen nicht weniger deformiert sein könnten – das klingt hart, aber bei vier Schrauben pro Fuß durchaus so zu bezeichnen – die immer geglaubt hatte, niemals mehr als fünf Meter joggen zu können, ohne gleich zusammenzubrechen. Ja, ich habe in den letzten Jahren schon mehrfach versucht, mit dem Laufen anzufangen, bin aber jedes Mal nach ein paar Runden kläglich gescheitert. Mit mir und dem Laufen wollte es nichts werden, wir wurden einfach nicht warm miteinander.

Doch letztes Jahr fasste ich den ehrgeizigen Beschluss, es mir und allen zu zeigen: Ich, die gefühlte Jahre in Gips und an Krücken verbracht hat und die Physiotherapeuten und Orthopäden meiner Heimat besser kannte als so manchen Jugendlichen meiner Schule, wird joggen lernen! Gesagt, getan, machte ich mich an meinen Trainingsplan. Weder Regen, Hitze noch Schnee konnten mich von meinem Plan abbringen. Zugegeben: Gerade am Anfang kam ich des Öfteren heulend nach Hause, weil ich mittendrin aufgeben musste. Seitenstechen, Atemnot, Knie- oder Fußschmerzen. Ich habe alles durchgemacht. Aber wenn man erst mal lernt, seine Kräfte richtig einzuschätzen und sich nur langsam zu steigern, wird das Seitenstechen automatisch besser. Vor allem einem Menschen ist es zu verdanken, dass ich nie aufgegeben habe. Du hast mit mir Runden durch unseren kleinen Park nebenan gedreht, obwohl du doch eigentlich doppelt so schnell läufst wie ich. Hast mich motiviert, nicht stehenzubleiben, einfach immer weiterzulaufen. Und irgendwann wurden aus 10 20 und sogar bald 30 Minuten. Konnte ich plötzlich 3 Kilometer laufen, aus denen schnell 4 und 5 wurden.

Meine gewonnene und sich stetig steigernde Motivation ermutigte mich Anfang des Jahres dazu, mich beim Women’s Run Hamburg anzumelden. Eigentlich als Event mit einer lieben Freundin geplant, lief ich schließlich allein, was meiner guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Als durch und durch disziplinierter Mensch hieß es ab Februar zwei bis drei Mal die Woche zum Sport zu gehen, was meiner neuen Mitgliedschaft im Fitnessstudio entgegen kam. Trainierte ich nicht mindestens ein Mal die Woche meine Ausdauer, meldete sich sofort mein schlechtes Gewissen. Ja, irgendwann geht das regelmäßige Training so in einen über, dass jeder sportfreie Tag einer zu viel ist. Ich bin immer noch kein sportbesessener Mensch geworden, der in jeder freien Minute unbedingt trainieren muss, weiß aber durchaus das gute Gefühl, etwas für meinen Körper, meine Seele, meine Gesundheit, einfach für mich selbst zu tun, durchaus zu schätzen.

Nach unserem großen USA-Urlaub brachen meine Trainingszeiten mehr als ein, sodass ich für einen kurzen Moment daran zweifelte, überhaupt ans Ziel zu kommen. Doch mein Ehrgeiz und meine nun gesteigerte Grundfitness erlaubten es mir, in zwei Wochen wieder auf meinem gewohnten Level zu sein. Und sogar darüber hinaus: Ich wollte unbedingt die 8 Kilometer unter einer Stunde schaffen, war an meinem letzten Trainingstag aber sogar schon drei Minuten darunter.

Womens Run Hamburg

Und gestern dann haben mich mein Adrenalin, die gute Musik beim Start und die vielen begeisterten Frauen neben mir, die auch nicht unbedingt wie Sportskanonen aussahen, (yeah, ich bin nicht die Einzige) ins Ziel getragen. Okay, nicht ganz. Aber ich bin noch nie so schnell gelaufen wie gestern. Körperlich am Limit, aber glücklich und erleichtert, lief ich schließlich nach 55 Minuten im Ziel ein und bin mit meinem Mittelfeldplatz mehr als zufrieden. Das Gefühl, nicht mehr nach zwei Minuten völlig erschöpft am Boden zu liegen, ist so was von gigantisch und beflügelnd. Und das dann auch noch mit 1.700 Mitsportlerinnen (die restlichen 3.300 Läuferinnen liefen die 5 Kilometer Strecke) zu teilen, ist sogar noch viel gigantischer. Wenn Ihr schon immer mal mit Laufen anfangen wolltet, Euch aber bisher nicht trautet: Probiert es einfach aus! Es ist wirklich nicht schwer. Man braucht nur gute Laufschuhe, Willen und Durchhaltevermögen. 😉

 

Ich für meinen Teil werde mal schauen, ob mich mein Weg nächstes Jahr zu einem anderen Laufevent führt. Blut geleckt habe ich jetzt auf jeden Fall. 🙂

Womens Run Hamburg

Womens Run Hamburg

 

PS: Falls Ihr Euch fragt, warum ich so komisch aussehe auf den Fotos: Ich halte wenig von geschönten Fitness-Fotos. Wer sieht schon supergestylt aus, nachdem er 8 Kilometer gerannt ist?  😉 Ich jedenfalls nicht!

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