Bis kurz vor Kuba und wieder zurück

Sunset
Nach Disneyworld war unsere Rundreise noch lange nicht zu Ende. Die nächsten zwei Tage widmeten wir uns erst einmal ausgiebig der Entspannung. Das hatten wir auch bitter nötig. Jeden Tag 6 Uhr morgens aufstehen und bis abends durchgehend mit Programm beladen: Puh, durchatmen war wirklich angesagt!

Wo geht das besser als im als Rentnerort bekannten Strandort Fort Myers? Okay, so viele Rentner wie gedacht sind mir nicht unter die Nase gekommen, aber dann war eben mehr Sand für uns übrig. Kilometerlanger Strand, wahnsinnig flach abfallendes Wasser und sanfte, türkisblaue Wellen – traumhaft! Und es sei kurz angemerkt, dass sich unser Hotel gegenüber einem Outletcenter befand. Natürlich mussten wir diesem einen Besuch abstatten und nachdem ich die ersten Shopping-Ausflüge noch mit viel zu viel Vorsicht genossen hatte, da ich blöderweise meine Kreditkarte gesperrt hatte und auf die Finanzen meines Freundes angewiesen war (zumindest auf seine Plastikkarte :)), flutschte es an diesem Abend ohne Probleme. Die amerikanischen Verkäuferinnen taten ihr Übriges mit haufenweisen Komplimenten.Fort Myers

Aber damit wir uns ja nicht langweilen, ging es am nächsten Tag an die südlichste Spitze des nordamerikanischen Kontinents, nach Florida City. Und von da aus weiter über 43 Brücken nach Key West. Wenn ich mich jetzt wieder an diese Fahrt erinnere, überkommt mich sofort wieder eine große Gänsehaut. Es war die schönste Strecke unseres Urlaubs und eine der schönsten überhaupt, die ich je gesehen habe. Stundenlang befand sich rechts und links unserer Straße nur Wasser. Nichts als Wasser. Links der Atlantische Ozean und rechts der Golf von Mexico. So viele Blautöne habe ich selten im Meer gesehen.

Key West Ocean

Key West war ohne Frage das Highlight Floridas in meinen Augen. Entspannte Menschen, bunte Farben und noch buntere Häuschen, ganz viel Meer und ein Hauch von Karibik in der Luft. Ja, ich kann sehr gut verstehen, warum Ernest Hemingway so begeistert von Key West war und im Sloppy Joe’s die Nacht zum Tag machte. Übrigens: Key West liegt näher an Kuba als an Miami, also habe ich ja fast schon mehrere Länder bereist. Wohoo! Leider waren wir nur eine Nacht auf der Insel, aber die Sunset Katamaran Tour hätte ich um nichts in der Welt verpassen wollen. Häppchen, Champagner und Livemusik, gepaart mit einem wahnsinnig tollen Sonnenuntergang: ein wahrgewordener Traum! In diesem Moment wusste ich: Hierhin muss ich zurückkommen, eines Tages!

Sloppy Joes

Viel zu schnell ging es am nächsten Morgen zurück aufs Festland. Die Alligatoren warteten bereits in den Everglades auf uns. Im Grunde hatte ich mich auf sie gefreut. Wann sieht man schon mal Alligatoren in der freien Wildnis? Doch das Klima war überhaupt nicht mein Freund. Gefühlte 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und 35 Grad Celsius im Schatten. Nein, gar nicht meins! Kaum aus dem Bus gestiegen und damit jenseits jeder Klimaanlage quoll der Schweiß aus all meinen Poren und ich dachte, ich ertrinke in meinem Saft. Entschuldigt bitte die allzu bildhafte Beschreibung, aber genauso hat es sich für mich angefühlt. Weder die Airboat-Fahrt noch die Alligatorshow konnten mich zum Lächeln bringen. Das Einzige, was ich die ganze Zeit gedacht habe: Wo ist bitte die nächste Klimaanlage, wenn man sie EINMAL braucht?

Everglades

Alligators

Dies war auch schon der letzte Programmpunkt unserer Rundreise. Wie immer im Urlaub ist die Zeit nur so gerast, dank der unzähligen Ausflüge hatte ich allerdings das Gefühl, wir wären einen ganzen Monat herumgereist. Um noch einmal durchzuatmen und alles auf sich wirken zu lassen, haben wir noch vier Tage abseits jeder Reisegruppe in Miami Beach verbracht. Mitten im Geschehen und unweit des Ocean Drives lag unser kleines Hotel mit seinen partywütigen Bewohnern. Kleiner Tipp: Wenn Ihr Entspannung sucht, dann fahrt bitte nicht am Memorial Day Weekend nach Miami Beach! An jeder Ecke Polizisten, ein Polizeihubschrauber, der ständig über uns kreiste, Alkohol, wenig bekleidete Menschen und dröhnende Bässe soweit das Auge reicht. Glücklicherweise wurde nur eine Nacht hindurch Gangster-Rap in unserem Nebenzimmer aufgelegt, sodass wir irgendwann doch eine Mütze Schlaf abbekamen. Den Ocean Drive hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt: Ganz wohl war mir nicht dabei, als wir nachts drüber flanierten und 80 Dollar für 2 Bier und eine Pizza hat uns ein wenig die Stimmung vermiest. Davon mal abgesehen kann man wunderbar am Strand herumliegen, sich in die Wellen stürzen und abends in der Fußgängerzone einen Cocktail schlürfen. Bei 35 Grad Celsius hielten wir es tagsüber nirgendwo lang aus, wo keine Klimaanlage auf Anschlag pulsierte. Diese Kleinigkeit fehlt mir hier in Deutschland doch ein wenig, muss ich zugeben.

Irgendwann ist auch einmal die schönste Reise vorüber, sodass wir ein paar Tage später ins Flugzeug gen Paris stiegen. Aber um es erneut zu betonen: Am schönsten sind Erinnerungen und davon können wir noch lang zehren. Und nun wird eifrig für den nächsten Urlaub gespart. 😀

Miami Beach

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