Im Weg stehen – sich selbst

Sorry
Zwischen all den melancholisch und zugleich begeisternd erzählenden Beiträgen über meinen fabelhaften US-Trip muss ich die folgenden Worte einfach loswerden und schiebe sie deshalb vor meinen nächsten Reise-Bericht.

Ich weiß nicht genau, wie Ihr da draußen gestrickt seid: angriffslustig oder konfliktscheu? Draufgängerisch oder introvertiert? Wie geht Ihr mit Konfliktsituationen um? Einfach drauflos schreien und geradeaus die eigene Meinung vertreten und nervige Punkte sofort und ohne Umschweife ansprechen oder lieber zurückziehen und in einer stillen Ecke schmollen? Das Problem sozusagen aussitzen?

Ich gehöre wohl eher zur zweiten Sorte Menschen und genau dieser Umstand ist daran schuld, dass ich meinen letzten Funken Urlaubsstimmung, in der ich in den letzten drei Wochen mühelos jeden Stolperstein beiseite geräumt habe und gleichzeitig selig lächeln konnte, ohne meinen Blutdruck in die Höhe zu treiben, ins Nirgendwo vertrieben habe. Wie einfach wäre es, sich sofort Kummer, Wut und Enttäuschung von der Seele reden zu können. Und damit meine ich gegenüber der Person, die nicht ganz unschuldig ist an diesen Gefühlen, sogar im Gegenteil mehr als beteiligt daran. Man könnte schreien, heulen, mit Gegenständen um sich werfen, nur um sich gegenseitig im nächsten Moment für all die verletzenden Worte zu entschuldigen und anschließend in die Arme zu fallen. Die Realität sieht aber folgendermaßen aus: Person A sagt etwas subjektiv betrachtet überaus Verletzendes, Person B beschwert sich kurz darüber, verschwindet dann von der Leinwand und verbringt den restlichen Tag damit, sich in Selbstmitleid und Enttäuschung zu suhlen. Keine von beiden Personen spricht die Kernsituation an, sondern geht dem Anderen aus dem Weg. So lang, dass sogar nach Tagesende noch kein Wort der Aussprache über die Lippen einer der Beiden ging. Also versucht man zu schlafen, was natürlich ganz und gar nicht funktioniert. Stattdessen wechseln sich Grübelei und Tränen ab und ehe man es sich versieht, klingelt auch schon der Wecker. Und am nächsten Tag geht jeder seiner Wege und wagt es nicht, über seinen Schatten zu springen…

Wie die Geschichte ausgeht? Dies ist keine Hollywood-Romanze, sondern das reale Leben, sodass es darauf keine absolute Antwort gibt. Bei dem Einen so, beim Nächsten ganz anders. Ihr habt da vielleicht auch eigene Erfahrungen gemacht, die sich mit diesen Beschreibungen decken. Doch eins sollten wir uns vor Augen führen: Wir ersparen uns eine Menge Kummer, Tränen und durchgegrübelte Nächte, wenn wir sofort Dinge ansprechen, die uns stören, aufregen, verletzen. Entschuldigungen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke – was für Nachsicht und Verzeihen erst recht gilt! Also wenn Ihr Euch das nächste Mal ungerecht behandelt fühlt oder Euch etwas Anderes auf der Seele brennt: Sprecht darüber! Es kommt garantiert weniger schlimm, als wenn der Kummer Euch langsam von innen auffrisst.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Was war Euer Lösungsansatz? Lasst es mich gern wissen! Geteiltes Leid ist halbes Leid! 🙂

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s