Kulinarisches Amerika

Caesers Salad

Endlich, ja endlich finde ich mal etwas Zeit, um meinen nächsten Beitrag zu schreiben. Die vergangenen Tage waren zu sehr vollgestopft mit Wäsche waschen, Staub wischen, Kühlschrank bestücken, soziale Kontakte wieder aufnehmen – und schlafen. Ja, ich gebe es zu, so ganz habe ich den Jetlag noch nicht in seine Schranken gewiesen, aber mit der Rückkehr an meinen Arbeitsplatz wird das sicher in nullkommanichts passieren. So hatte ich die Gelegenheit, jede einzelne kulinarische Erfahrung noch einmal gedanklich Revue passieren zu lassen und sie aus dem Nebel meiner Emotionen leicht zu relativieren. Denn wie Ihr auf dem Titelbild vielleicht schon erahnen könnt: Davon gab es eine Menge, und damit meine ich wirklich eine Menge, auf jedem zweiten Foto esse oder trinke ich.

Wenn Ihr denkt, die Vereinigten Staaten von Amerika hätten nur Burger, Steaks, Pizza und allerlei Frittiertes zu bieten – dann habt Ihr damit gar nicht mal so unrecht. Zumindest in Teilen. Denn eines habe ich erneut gelernt: Dieses riesige Land besteht im Grunde aus 50 einzelnen Staaten und bietet damit eine unglaubliche Vielfalt an geschmacklichen Entdeckungen. In der einen Ecke mehr, in der anderen weniger. Was ich damit sagen will: Schaut man sich die fantastische Metropole New York City an, hat unsere Urlaubszeit definitiv nicht ausgereicht, um sich durch den Dschungel an Genüssen zu futtern. Da wären wir ja in einem Monat noch nicht fertig geworden. In einem Staat wie Florida, in dem wir die meiste Zeit unseres Trips verbracht haben, sieht es da schon anders aus. Mal abgesehen von Miami besteht Florida zum großen Teil aus Provinz. Ihr Floridianer und Liebhaber des Sunshite States möget mir bitte verzeihen, aber: Riesige kulinarische Highlights blieben uns leider verborgen. Es mag sicher damit zusammenhängen, dass unsere Hotels meist abseits des Zentrums und damit auch weit weg der tollen Gourmet-Tempel waren. Aber Eindruck bleibt nun mal Eindruck und dieser setzte sich größtenteils aus Burgerläden, anderen Fastfoodketten und Fleisch in Massen zusammen. “In diesem Restaurant bekommen sie alles: Burger, Fleisch, Salat. Sehr gutes Essen”, so unsere charmante Reiseleitung, für die es wohl abseits dessen nichts Essbares zu geben scheint. USA und Europa sind halt manchmal weit auseinander. Was für den einen der Himmel auf Erden bedeutet, hat meine vegetarische Begleitung eher weniger aus den Socken gehauen. Und ich konnte irgendwann auch nicht mehr. Warum ist denn bitte auf einem schnöden Käsesandwich, dass nur den Namen “Cheese” trägt, mehrheitlich Bacon und Chicken drauf???

Miami Beach hatte dafür ein wenig mehr zu bieten: Und damit meine ich vor allem italienische Restaurants, denn alle anderen haben leider ebenfalls bevorzugt Fleisch und das ausschließlich serviert. Das kubanische Viertel entdeckten wir blöderweise erst am letzten Abend, sodass dies leider entfallen musste. Wo ich mich doch so auf Burrito und Taco Salad (der in Disney World war eher so naja, sollte euch mal mein Exemplar kredenzen) gefreut hatte. Miami Beach war aber auch so unglaublich heiß, dass große Entdeckungstouren immer auf den Abend verlegt oder alle 15 Minuten durch kurze Besuche in klimatisierten Bekleidungsgeschäften, Starbucks- oder Apple-Store-Filialen unterbrochen werden mussten.

Meine Highlights in Sachen Food in New York? Ganz klar Chinatown und Little Italy. Beide waren ein großes Muss auf unserer To-Do-Liste, wobei wir an Chinatown wohl eher vorbeigelaufen sind. Ich hatte mir dieses Viertel irgendwie riesengroß vorgestellt, als Stadt in der Stadt New York. Gesehen haben wir ein paar Restaurants und Souvenierläden. Aber vielleicht war das auch nur ein kleiner Teil. Gegessen haben wir ohne Frage hervorragend in einem kleinen Lokal. Ich hatte eine Tofu-Gemüsepfanne mit Reis und einer wahnsinnig leckeren Currysauce. Die Bratnudeln meines Freundes kamen anders als gedacht in einer härteren Konsistenz auf den Teller, in Kombination mit der Sauce aber richtig lecker. Das einzige Manko: Wir waren so mit essen beschäftigt, dass wir glatt vergessen haben, Fotos zu schießen. 🙂 Für den letzten Abend hatten wir uns Little Italy vorgenommen, das uns nicht enttäuscht hat. Mitten auf der Mulberry Street, dem einstigen Zentrum der Mafia, aßen wir in einem niedlichen Lokal Pizza und Pasta (was sonst? 🙂 ), umgeben von Mafia-Schauspielern an den Wänden.

Pizza Little Italy

Da der Big Apple im Allgemeinen recht teuer ist, haben wir uns mittags eher in Delis und Sandwichs und Obst bedient und Starbucks-Kaffee genossen – der Kaffeekonsum steigerte sich proportional mit unseren Urlaubstagen. Mein Lieblingssandwich ohnegleichen war übrigens Bagel. Okay, den gab es eher zum Frühstück, aber wer kann bei 10 unterschiedlichen Brotsorten und genauso vielen Aufstrichen schon nein sagen? Blaubeerbagel mit Blaubeerfrischkäse – der Knüller schlechthin!

Bagel

Ach, und bevor ich es vergesse, sollte meine unendlich unermüdliche Suche nach DEM Cheesecake nicht unerwähnt bleiben. Erinnert Ihr Euch? Ich hatte mich so sehr auf Cheesecake gefreut. Leider hat er sich etwas rar gemacht, ob er wohl Angst vor meinem Appetit bekommen hat? Er ließ sich kaum auftreiben. Erst nach gründlicher Recherche auf Yelp habe ich ein Lokal ausfindig gemacht: Junior’s. Die Suche hat sich definitiv gelohnt, konnte ich doch sogar den Cheesecake-Skeptiker damit überzeugen. Definitiv gut investierte 8 Dollar das Stück (ja, leicht teuer, das finde ich auch)! Leider sollte dies unser einziger Cheesecake während unserer Reise bleiben, denn in ganz Florida gab es Cheesecake entweder nur in Restaurants für 8 Dollar zum Nachtisch – nach amerikanischen Hauptgerichten, die ich meistens schon nicht aufessen kann, steht mir nun wirklich nicht der Sinn nach noch mehr Essen – oder gleich gar nicht. Wirklich schade, aber vielleicht ja ein Grund, bald wieder eigenen herzustellen.

Cheesecake

 

Und ein Besuch im Hardrock Café natürlich nicht fehlen, besonders, wenn es mein erster ist. Ab und zu habe ich mir dann doch einen Burger schmecken lassen. Man möchte sich ja den Gepflogenheiten vor Ort anpassen. 😀

Hardrock Cafe New York

Nun ist es aber genug mit Essen und vor allem darüber schreiben, habe gleich schon wieder Appetit auf Cheesecake bekommen. Im nächsten Teil erzähle ich lieber davon, welche Places to be ich abhaken musste, konnte und durfte – und für welche ich noch mal zurückfliegen möchte. Stay tuned. 😀

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