Warten, wer will schon warten?

warten

Tick, tack. Der Blick geht immer wieder zur Wanduhr. Tick, tack, tick. Ein kurzer Blick aufs Handy. Tick, tack. Ist eine E-Mail angekommen? Tick, tack, tick, tack. Ein Anruf? Tick, tack, tick, tack, tick. Funktioniert das Handy überhaupt auch? Tick, tack, tick, tack, tick, tack…

Da arbeitet man jahrelang zielstrebig an jedem noch so kleinen Projekt auf dem Weg nach ganz oben, immer weiter, höher, besser, schneller. Und kommt doch irgendwann zu der Erkenntnis, dass sich manche Entscheidungen nicht beeinflussen und beschleunigen lassen. Manchmal und für meinen persönlichen Geschmack viel zu häufig fällen andere die Entscheidung und man selbst wohnt dem Schauspiel nur als Zaungast bei. Darf die beschlossenen Dinge, Aufgaben und Projekte zwar brav ausführen, wird aber nicht unbedingt nach seiner Meinung gefragt. “Es gibt keine Probleme. Entweder man kann sie selbst lösen, sodass sie nicht existieren. Oder man hat keinen Einlfuss darauf, dann sind es auch keine Probleme.” So oder so ähnlich hat es der Dalai Lama einmal ausgedrückt. Im Grundsatz stimme ich mit ihm darüber ein. Bin ich doch ein optimistischer Mensch und halte mich ungern an negativen Gefühlen, Problemen und schwierigen Entscheidungen auf. Es muss ja weitergehen, und dann bitteschön mit einem Lächeln auf dem Lippen.

 

Selbstredend klaffen Vorsatz und Realität das ein oder andere Mal auseinander und möchten sich nicht vereinbaren lassen. Da kämpft man mit voller Leidenschaft für das Herzensprojekt, den Traumjob, die Traumwohnung oder den Traumtypen, ist schlussendlich jedoch auf das Entgegenkommen, die gleiche Wellenlänge des Gegenübers angewiesen. Und wenn es beispielsweise um die berufliche Zukunft oder die ersehnte Zusage zum Traumhaus geht, heißt es leider warten. Dabei erscheint es fast, als wäre gar nicht ersichtlich und verständlich, wie zermürbend dieses Warten sein kann. Sekunden werden zu Minuten, Tage zu Wochen – und nichts passiert. Keine E-Mail, kein Anruf, kein Update – nada. Was also tun? Sich zermürben lassen und in Selbstzweifeln aufgehen oder das Rad stoppen? Einfacher gesagt, als getan. Aber sinnvoll nutzen kann man diese Übergangsphase auf jeden Fall. Powert Euch beim Sport aus, lauft in den Wald und schreit Eure Wut raus oder heult Euch bei Eurer besten Freundin aus! Denn so abgedroschen es auch klingt, auch in so einer suboptimalen Zeit ist jeder seines Glückes Schmied! Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, warum nicht diese Steine, die in den Weg gelegt werden, nutzen? Mal ehrlich, warten mag keiner, aber deshalb in Selbstmitleid aufgehen und an jedem Detail zweifeln? Nein, auf Dauer kann ich das nicht. Dann doch lieber nachdenken und neue Pläne schmieden, sich in einer ruhigen Minute über die eigenen Stärken bewusst werden. Und Stück für Stück dem Warten entfliehen.

 

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