Zu viel Rühren verdirbt den Brei – zu wenig allerdings auch

Collage_RavioliAuch wenn das viele nicht zugeben möchten, passieren sie jedem das ein oder andere Mal und gefühlt viel zu häufig: Niederlagen. Von einem auf den anderen Moment dreht sich die Welt plötzlich langsamer. Wie bei einem Zahnrad, bei dem die Räder nicht mehr ineinandergreifen. Das Lächeln gefriert, das Blut pulsiert, erste Tränchen bahnen sich ihren Weg und können nur mit Müh und Not davon abgehalten werden, an die Oberfläche zu gelangen.

Die Gedanken kreisen und kreisen, der Verstand rattert, ohne wirklich in Gang zu kommen.

 

Wie konnte das passieren? Man hatte doch alles genauestens durchgeplant, jeden einzelnen Schritt in allen Einzelheiten analysiert, um alle Eventualitäten zu bedenken. Sich immer wieder eingeredet, es wäre nicht tragisch, würde man scheitern. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, sondern Übung macht den Meister.  Und gut Ding will ja sowieso Weile haben.

 

Diese tollen Weisheiten können einem natürlich gestohlen werden, wenn man eine Niederlage einstecken muss. So habe ich mich letztes Wochenende voller Vorfreude an mein Projekt “Selbstgemachte Ravioli” gemacht. Nachdem ich enthusiastisch alle Zutaten besorgt hatte, machte ich mich daran, den Teig vorzubereiten. Nur wurde er leider viel klebriger als im Rezept stand. Tonnenweise zusätzliches Mehl halfen da nur wenig. Ich versuchte trotzdem, möglichst gutaussehende Teigtaschen zu formen. Aus angedachten Täschchen wurden aber riesige Bags, oder anders gesagt: Teigklumpen. Mein Optimismus war zwar immer noch nicht erschöpft. Allerdings schon, als auch nach doppelter Garzeit der Teig nicht wirklich fertig aussah. Auch nach einer ausgiebigen Brateinheit in Butter und Salbei war dies nicht der Fall. Ich versuchte, sie trotzdem hübsch anzurichten, was jedoch nicht über den dominierenden und alleinig bestimmenden Teiggeschmack hinwegtäuschen konnte. Kurz: ein Reinfall auf ganzer Linie .

 

Mit etwas Abstand kann man dieses Ereignis natürlich als wertvolle Erfahrung verbuchen. Und feststellen, dass sich aus den Resten zusammen mit gekauften frischen Ravioli ein wirklich leckeres Gericht zaubern lässt. Dabei habe ich gelernt, was nicht nur fürs Kochen, sondern für so ziemlich jede Niederlage gilt: Alles ist für irgendetwas gut! Wir müssen nur unsere Fehler analysieren, daraus lernen und immer weitermachen. Und auch, wenn es pathetisch klingen mag, aber manchmal ist der Weg auch wirklich das Ziel! (Danke liebe Oma für diese wirklich brauchbare Weisheit 🙂 ).

 

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